{"id":312,"date":"2020-03-27T16:09:31","date_gmt":"2020-03-27T15:09:31","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=312"},"modified":"2021-10-26T19:38:46","modified_gmt":"2021-10-26T17:38:46","slug":"chanukkafeier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=312","title":{"rendered":"Chanukkafeier"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Nach dem Untergang des Perserreiches entstanden viele lange Kriege, in deren Folge das heilige Land in die Gewalt verschiedener Herrscher geriet, bis es endlich unter die Oberherrschaft der K\u00f6nige von Syrien gelangte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;2. Im Verlauf dieser Kriege waren unsere V\u00e4ter vielfach mit den heidnischen Griechen in Ber\u00fchrung gekommen und hatten sich auch viele Heiden in Pal\u00e4stina niedergelassen. Da waren viele unter dem j\u00fcdischen Volk, denen die heidnischen Unsitten gefielen, und die bestrebt waren, heidnische Gebr\u00e4uche in Israel heimisch zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Als sich aber die Frommen dem widersetzten, da wurden die Heidnischgesinnten zu Verr\u00e4tern an Israel und an der Tora. Sie beredeten n\u00e4mlich den K\u00f6nig Antiochus Epiphanes von Syrien, er m\u00f6ge Israel durch Gewalt zwingen, das Heidentum anzunehmen. Diesen Rat befolgte der grausame K\u00f6nig sehr gerne. Zuerst schick\u00adte er seine Feldherrn; dann kam er selbst mit gro\u00dfen Heeren nach Pal\u00e4stina, lie\u00df viele Tausende niedermetzeln, drang in den Tem\u00adpel, verunreinigte ihn und lie\u00df ein G\u00f6tzenbild darin aufstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Damit nicht zufrieden, erlie\u00df er Befehle, durch welche die Aus\u00fcbung der Gebote Gottes bei Todesstrafe untersagt und die Verehrung seines G\u00f6tzen geboten wurde. Dann schickte er Henker im Land umher, die alle Bewohner zur Befolgung dieses Befehls zwin\u00adgen sollten. Wer ein Gebot der Tora befolgte, wurde get\u00f6tet; wer sich weigerte, G\u00f6tzen zu verehren, ebenfalls. Viele gehorchten und fielen von Gott ab; andere flohen in die W\u00fcsten und in die Gebirge, wo sie sich k\u00fcmmerlich von Wurzeln und Kr\u00e4utern n\u00e4hrten. Das heilige Land, die Stadt Jerusalem und der Tempel wurden ver\u00f6det nur Fremde hausten darin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Da erhob sich die fromme Priesterfamilie Hasmonai,&nbsp; Matitja mit seinen f\u00fcnf S\u00f6hnen. Sie fielen nicht ab, sie flohen nicht, sie leisteten Widerstand. Juda mit dem Beinamen Makkabi, der dritte Sohn Matitjas, ein l\u00f6wenk\u00fchner Held, sammelte eine kleine Schar ihm gleichgesinnter Streiter und nahm den Kampf gegen den tausendfach \u00fcberlegenen Feind auf. Gott war mit den um die Tora, um ihr Vaterland K\u00e4mpfenden, und diese erfochten gl\u00e4nzende Sieg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Nach mehrj\u00e4hrigen, schweren K\u00e4mpfen gelang es ihnen, den Feind so weit zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, dass sie Jerusalem und den Tempel wieder in ihre Gewalt bekamen. Mitten im Kriege, von Feinden noch ringsum bedroht, r\u00e4umten sie die von Schutt und Dorngestr\u00fcpp bedeckte Tempelst\u00e4tte, reinigten das gesch\u00e4ndete Heiligtum, stellten den Altar wieder her, richteten den Opferdienst wieder ein und weihten den Tempel acht Tage lang ein. Zum Anz\u00fcnden des heiligen Leuchters fand man ein mit dem Siegel des Hohenpriesters versehenes Kr\u00fcglein \u00d6l, welche, obwohl nur f\u00fcr einen Tag bemes\u00adsen, acht Tage ausreichte, bis neues, reines \u00d6l hergestellt war. Die Einweihung begann am 25. Kislew. Zur Erinne\u00adrung hieran und an alle diese wunderbaren Ereignisse ordneten die Weisen jener Zeit an, dass wir allj\u00e4hrlich, mit dem 25. Kislew beginnend, das Einweihungsfest (Chanukka) feiern, acht Tage lang. F\u00fcr diese Feier gelten folgende Vorschriften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Jeder, auch der \u00c4rmste, ist verpflichtet, w\u00e4hrend der acht Abende (erstmals vom 24. auf den 25.) au\u00dfer dem Licht f\u00fcr den Haushalt noch besondere Lichter anzuz\u00fcnden. In Familien, wo M\u00e4nner anz\u00fcnden, z\u00fcnden Frauen gew\u00f6hnlich nicht an, jedoch sollen Knaben dazu angehalten wrden. Alleinstehende Frauen aber, oder Frauen, deren M\u00e4nner verhindert sind, sollen anz\u00fcnden. Die nichtanz\u00fcndenden Frauen sollen jedoch beim Anz\u00fcnden durch die M\u00e4nner zugegen sein; auch sollen die Frauen nichts arbeiten, so lange die Lichter brennen. \u2011 Am ersten Abend z\u00fcndet man ein Licht an, dann jeden Abend eines mehr, so dass es am achten Abend acht sind. \u2011 Die Lichter jedes einzelnen anz\u00fcndenden Hausgenossen sollen von denen der andern getrennt stehen, dass sich erkennen l\u00e4\u00dft, wie viele Personen angez\u00fcndet haben. \u2011 Man beginnt auf der rechten Seite, z\u00fcndet dann jeden Abend das nach links neu hinzug\u00adf\u00fcgte Licht zuerst an. \u2011 Die Lichter sollen geradlinig innerhalb des Raumes von 3 \u2011 10 Fausth\u00f6hen \u00fcber dem Fu\u00dfboden aufgestellt werden; die Lampe ist in diese gesetzliche Stellung zu bringen, bevor die Lichter angez\u00fcndet werden. Wenn tunlich, sollen die Lichter so angebracht sein, dass sie von&nbsp; der Stra\u00dfe aus gesehen werden. \u2011 Man darf \u00d6l oder Wachskerzen als Brennstoff benutzen; ersteres soll jedoch vom besten und reinsten genommen werden und letztere m\u00fcssen einfach, d\u00fcrfen nicht geflochten sein. \u2011 Man z\u00fcndet die Lichter beim Beginn der Nacht an; der Brennstoff mu\u00df mindestens auf die Dauer einer halben Stunde berechnet sein. Wer aus irgend einem Grunde so sp\u00e4t anz\u00fcndet, dass alle seine Hausge\u00adnossen schon schlafen, spricht keine Bracha. \u2011 Man darf die Chanukkalichter nicht zu irgend einer Verrichtung benutzen. Reisende, f\u00fcr welche zu Hause Lichter angez\u00fcndet werden, sind nicht verpflichtet, auf der Reise solche anzuz\u00fcnden; doch sollen sie, wenn m\u00f6glich, beim Anz\u00fcnden eines andern zugegen sein und Amen auf dessen Bracha sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2011 Am Freitag soll man so viel Brennstoff nehmen, dass die Lichter noch etwa eine halbe Stunde in die Nacht hinein brennen. Am Ausgang des Sabbats z\u00fcndet man die Lichter vor Hawdala an. \u2011&nbsp; Vor dem Anz\u00fcnden spricht man am ersten Abend die drei im Gebetbuch aufgenommenen Brachot; an den \u00fcbrigen Abenden bleibt &#8222;scheheche-janu&#8220; weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man liest jeden Tag aus der Tora einen Teil von 4. Mos.7, betet das ganze Hallel und schaltet beim Tischgebet und 18. Gebet, das Gebet &#8222;Al-hanissim&#8220; ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Hier beim Schlu\u00df des Abschnitts \u00fcber die Fest\u2011, Feier\u2011 und Gedenktage sind noch anzuf\u00fchren: der 18. Ijar (Lag b&#8217;omer) an welchem das Sterben der Sch\u00fcler R. Akibas, wovon oben gesprochen wurde, aufh\u00f6rte; dann der 15. Aw (hamischa Eser be Aw), welcher wegen vieler, von der \u00dcberlieferung berichte\u00adter erfreulicher Ereignisse in der Geschichte Israels zur Zeit des Tempels als sehr fr\u00f6hliches Volksfest gefeiert wurde; endlich der 15. Sch&#8217;wat. Dieser ist nicht eigentlich ein Gedenktag, sondern nach der Mischna der Jahresanfang f\u00fcr die Berechnung des Zehnten von den Baumfr\u00fcchten, eine Feier des aus dem Winterschla\u00adfe erwachenden pflanzlichen Lebens, das sich in der beginnenden Knospenentwicklung zeigt. an allen diesen Tagen unterbleibt, wie bereit oben (46,8) vorgetragen worden, das Bittgebet Tachanun. In vielen Orten wird an diesen Tagen, namentlich am erstgenannten, eine Sch\u00fclerfeier veranstaltet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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