{"id":327,"date":"2020-03-27T16:15:25","date_gmt":"2020-03-27T15:15:25","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=327"},"modified":"2021-06-02T10:09:37","modified_gmt":"2021-06-02T08:09:37","slug":"das-schlussfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=327","title":{"rendered":"Das Schlu\u00dffest"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Obschon das Schlu\u00dffest so nahe an das H\u00fcttenfest ger\u00fcckt ist, dass es h\u00e4ufig als dessen achter Tag betrachtet wird, so ist es doch ein selbst\u00e4ndiges Fest. Die Selbst\u00e4ndigkeit dieses Festes kam im Tempel auf mannigfache Weise zum Ausdruck; bei uns ge\u00adschieht dies durch eine besondere Benennung beim Gebet ( sch&#8217;mini chag ha\u2011azeret) und durch den Segensspruch&nbsp; hasch`mini, welcher an den letzten Pessachtagen nicht gesprochen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Insofern der erste Tag dieses Festes, als der Kalender dieses Festes noch nicht feststand, zweifelswegen noch zum H\u00fcttenfest zu z\u00e4hlen war (57,3), so gilt f\u00fcr diesen Tag noch das Gebot des H\u00fcttenwohnens. Doch spricht man nicht den Segensspruch und schl\u00e4ft nicht in der H\u00fctte. Der Lulaw wird jedoch nicht mehr genommen. Denn nach der Vorschrift der Tora ist er nur im Tempel sieben Tage zu nehmen, au\u00dferhalb Jerusalems aber nur am ersten Tage. Dass wir ihn jetzt sieben Tage nehmen, geschieht zur Erinne\u00adrung an den Tempel auf Anordnung unserer Weisen s.A., die es f\u00fcr diesen Tag angeordnet haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Geschichtliche Bedeutung. Nach der \u00dcberlieferung unserer Weisen s.A. verh\u00e4lt sich das Schlu\u00dffest zum H\u00fcttenfest, wie das Wochenfest zum Pessachfest. Es sollte eigentlich auch f\u00fcnfzig Tage vom H\u00fcttenfest entfernt sein, wurde aber wegen des heranna\u00adhenden Winters in die bessere Jahreszeit hinaufger\u00fcckt. Wie wir nun am Wochenfeste die geistige Erl\u00f6sung als Vollendung der uns am Pessach zuteil gewordenen leiblichen Erl\u00f6sung feiern (62,1), so feiern wir am Schlu\u00dffest die geistigee Erhaltung Israels, die Erhaltung der Tora als Volksseele, w\u00e4hrend wir am H\u00fcttenfest die Erhaltung des Volksk\u00f6rpers feiern. Das Schlu\u00dffest gleicht auch darin dem Wochenfeste, dass wir an demselben keinerlei besonde\u00adreVorschriften zu befolgen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Die Namensbedeutung des Festes. Die Bezeichung &#8222;Schlu\u00dffest&#8220; gibt die hebr\u00e4ische Bennung des Festes: Azeret nicht richtig wieder. Das Wort azar bedeutet &#8222;zur\u00fcckhalten&#8220; , &#8222;bei sich behal\u00adten&#8220; von Menschen und Dingen. Nach der Auslegung unserer Weisen s.A. will uns Gott durch dieses Fest noch einen Tag bei sich zur\u00fcckhalten, dass wir die Eindr\u00fccke s\u00e4mtlicher Feste des Jahres noch einmal in uns auffrischen, um sie in uns zur\u00fcckzubehalten, bis der Kreislauf aufs neue beginnt, ganz besonders aber den Gedanken an die Gesetzgebung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Jahreszeitliche Bedeutung. Dieses Fest gilt nach der \u00dcberlie\u00adferung unserer Weisen s.A. auch als Anfang des Winters. Wie wir am ersten Tag des Pessachfestes um g\u00fcnstige Sommerwitterung bitten (61,2), so an diesem Fest um g\u00fcnstige Winterwitterung (geschem), insbesondere um Regen, welcher namentlich in Pal\u00e4stina bald nach dem Fest niedergehen mu\u00df, wenn eine gute Ernte erwartet werden soll. Wir beginnen an diesem Tag beim Mu\u00dfaf ein Lobgebet f\u00fcr die diese Gottesgabe (maschiw haruach) ins Gebet einzuschal\u00adten; die eigentliche Bitte um Regen&nbsp; ( ) wird erst sp\u00e4ter an einem im Kalender bezeichneten Tag (gew\u00f6hnlich 5. Dezember) ins Werktagsgebet eingeschaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Auch die angegebene geschichtliche Bedeutung des Festes brin\u00adgen wir beim \u00f6ffentlichen Gottesdienst zum Ausdruck. Am zweiten Tag des Festes (Simchat\u2011Tora) wird der letzte Abschnitt der im Laufe des Jahres durchgelesenen Tora (48,6) vorgelesen und gleich darauf mit dem ersten Abschnitt die neue Vorlesung begonnen&nbsp; ( ). Es geschieht dies in feierlicher, freudiger Weise; es werden Umz\u00fcge mit den Torarollen gehalten und dabei Loblieder gesungen. Diese Freude tr\u00e4gt jeder fromme Israelit auch in sein Haus, und so schlie\u00dft Israel an diesem Tage in der reinsten Freude \u00fcber das einzige, h\u00f6chste Gut, das ihm noch geblieben ist, die Tora, den j\u00e4hrlichen Kreislauf der g\u00f6ttlichen Feste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sieben Tage sollt ihr Gott ein Feueropfer darbringen; am achten Tag soll euch Berufung zum Heilgtum sein, da sollt ihr Gott ein Feueropfer darbringen, ein Tag bewahrenden Zusammenfassens ist es, kein Dienstwerk&nbsp; d\u00fcrft ihr verrichten. 3. Mos. 23, 36.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dreimal im Jahr sollen erscheinen alle deine M\u00e4nnlichen vor dem Angesichte Gottes, deines Gottes, an dem Orte, den er erw\u00e4hlen wird: am Fest der unges\u00e4uerten Brote, am Fest der Wochen und am Fest der H\u00fctten, und man soll nicht erscheinen vor dem Angesicht Gottes mit leeren H\u00e4nden. Jeder nach der Spende seiner H\u00e4nde ( ), nach dem Segen Gottes, den er dir gegeben hat. 5. Mos. 16, 16\u201117.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Obschon das Schlu\u00dffest so nahe an das H\u00fcttenfest ger\u00fcckt ist, dass es h\u00e4ufig als dessen achter Tag betrachtet wird, so ist es doch ein selbst\u00e4ndiges Fest. 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