{"id":336,"date":"2020-03-27T16:19:56","date_gmt":"2020-03-27T15:19:56","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=336"},"modified":"2021-06-02T10:17:41","modified_gmt":"2021-06-02T08:17:41","slug":"das-ueberschreitungsfest-pessach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=336","title":{"rendered":"Das \u00dcberschreitungsfest (Pessach)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Geschichtliche Bedeutung. Das \u00dcberschreitungsfest ist als Denkmal eingesetzt, das uns an die Befreiung Israels&nbsp; aus \u00c4gypten erinnern soll; darum nennen wir dieses Fest im Gebet Seman Haru\u00adtenu, die Zeit unserer Befreiung. Mit dem Augenblick dieser Befreiung trat Israel in die Reihe der selbst\u00e4ndigen V\u00f6lker ein, mit ihr beginnt unsere viel mehr als dreitausendj\u00e4hrige&nbsp; Ge\u00adschichte. Darum ist dieses Fest das Geburtsfest Israls als Volk Der Name Pessach, \u00dcberschreitungsfest, erinnert uns daran, dass Israel verschont blieb vor den Strafen, welche Gott \u00fcber die \u00c4gypter verh\u00e4ngte, weil sie Israel nicht freigeben wollten, insbesondere, dass der Tod \u00fcber Israels H\u00e4user hinwegschritt (pesach = hinwegschreiten), als die Erstgeborenen der \u00c4gypter starben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Benennung Chag HaMazzot, Fest der unges\u00e4uerten Brote, hat ihren Grund darin, dass uns der Genu\u00df ges\u00e4uerten Brotes an diesem Feste verboten, der Genu\u00df unges\u00e4uerten Brotes aber an den beiden ersten Abenden geboten ist (siehe unten 3). Die Vor\u00adschriften sollen uns daran erinnrn, dass die Befreiung so rasch eintrat, dass es unseren V\u00e4tern nicht m\u00f6glich war, das zur Wegzeh\u00adrung bestimmte Brot s\u00e4uern zu lassen, weshalb sie es unges\u00e4uert backen mu\u00dften. Auch soll dieses Brot uns das karge und geringe Sklavenbrot vergegenw\u00e4rtigen, das unseren V\u00e4tern in \u00c4gypten gereicht wurde. Nach der \u00dcberlieferung war es der siebente Tag nach dem Auszuge, an welchem Israel trockenen Fu\u00dfes durchs Meer ging; an dieses gr\u00f6\u00dfte aller Wunder erinnert uns daher der sieb\u00adente Tag des Festes. Beim Gottesdienst erh\u00e4lt diese Erinnerung Ausdruck durch die Toravorlesung (2. Mos. 13,17 bis 15, 26) und Festges\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Jahreszeitliche Bedeutung. Die Tora gebietet, dass das Pessach\u00adfest zur Anfangszeit des Fr\u00fchlings, Awiw, gefeiert werden soll. Das Fr\u00fchlingsfest des israelitischen Volkes soll zusammenfallen mit dem Fr\u00fchling der Natur. Denn wie diese nach dem Winter neu erwacht, so erwachte Israel in \u00c4gypten, so wird es dereinst wieder erwachen aus Druck und Leiden. Im Tempel erhielt diese jahreszeitliche Bedeutung Ausdruck durch Opferung der ersten Gerstengabe des Jahres (Omer). Bei unserem heutigen Gottesdienste besteht die Fr\u00fchlingsfeier darin, dass wir vom Mu\u00dfafgebet des ersten Festtages an die Bitte um g\u00fcnstige Winterwitterung ( ) auslassen und um g\u00fcnstige Sommerwitterung, insbesondere um Tau (Tal) bitten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Besondere Festvorschriften, die wir am Pessach zu beobachten haben, sind folgende:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Es ist uns verboten, Ges\u00e4uertes Chamez oder mit Ges\u00e4uertem Gemischtes ( ) am Pessach zu genie\u00dfen, zu besitzen oder zu irgend einer Nutznie\u00dfung zu verwenden, also sogar nicht zu verschenken. Das Genu\u00dfverbot des Ges\u00e4uerten beginnt am 14. Nissan (Erew Pes\u00adsach) nach Verlauf des ersten Drittels der Tagesl\u00e4nge, das Be\u00adsitz\u2011 und Nutznie\u00dfungsverbot um 1\/12 der Tagesl\u00e4nge sp\u00e4ter. Auch nach dem Pessachfest ist das Ges\u00e4uerte, das w\u00e4hrend des Festes im Besitz eines Israeliten geblieben war, selbst wenn der Eigent\u00fcmer nichts davon wu\u00dfte, sowohl f\u00fcr ihn als f\u00fcr andere zu jeder Nutz\u00adnie\u00dfung verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Als Ges\u00e4uertes ist zu betrachten: Die nach dem Abschneiden der Halme vor oder nach dem Dreschen durch Wasser na\u00df gewordenen K\u00f6rner aller Arten von Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer, also alles, was aus rohen, geschroteten, gesch\u00e4lten oder gemahle\u00adnen K\u00f6rnern dieser Getreidearten durch Einweichen oder Kochen zubereitet worden ist, sowie alles aus Mehl, Schrot oder Kleie dieser Getreidearten Gebackene, bei dessen Herstellung nicht mit der gr\u00f6\u00dften Sorgfald jede S\u00e4uerung verhindert worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. Bei der Zubereitung dieser f\u00fcnf Getreidearten zu Unges\u00e4uertem (Mazza) f\u00fcr das Pessachfest sind folgende Vorschriften zu beach\u00adten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">aa. Das Mehl ist unter strenger Hut vor jeder Beimischung in gr\u00fcndlich gereinigten Mahlvorrichtungen und Ger\u00e4ten herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">bb. Das Wasser mu\u00df vor Beginn der D\u00e4mmerung eines dem Verwen\u00addungstage vorangegangenen Abends gesch\u00f6pft und an k\u00fchler Stelle aufbewahrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">cc. Mehl, Wasser und Teig d\u00fcrfen weder Sonnen\u2011 nach der Feuerw\u00e4r\u00adme ausgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dd. Die Herstellung ist m\u00f6glichst rasch zu bet\u00e4tigen. Wenn der Teig vom Eingie\u00dfen des Wassers bis zum Verbringen in den Backofen mehr als h\u00f6chstens 18 Minuten ohne Bearbeitung gelegen ist, so ist er als Ges\u00e4uertes zu betrachten; dabei werden die einzelnen Unterbrechungen der Arbeit zusammengerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ee. Der Ofen mu\u00df m\u00f6glichst stark geheizt werden, damit der Teig m\u00f6glichst rasch und gr\u00fcndlich durchgebacken wird. War vorher Ges\u00e4uertes darin gebacken worden, so mu\u00df er nach Belehrung eines Torakundigen gr\u00fcndlich ausgegl\u00fcht oder mit neuem Lehm bestrichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ff. Die Brote (Fladen) m\u00fcssen zur Verh\u00fctung von Luftblasen viel\u00adfach durchstochen werden. Alle dennoch entstandenen Luftblasen, deren Hohlraum die Gr\u00f6\u00dfe einer Haselnu\u00df hat, sowie Falten und nicht vollkommen ausgebackene Stellen sind vor dem Fest p\u00fcnktlich auszubrechen und zu entfernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">gg. Die Instrumente und Ger\u00e4te m\u00fcssen fortw\u00e4hrend von dem h\u00e4ngen gebliebenen Teig gereinigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d. Wegen m\u00f6glicher Verwechslung d\u00fcrfen wir nach einem durch Jahrhunderte geheiligten Gebrauch auch H\u00fclsenfr\u00fcchte, wie Bohnen, Erbsen, Linsen, dann Reis, Hirse, Mais, Buchweizen und Senf, an welche Wasser gekommen ist, am Pessach nicht genie\u00dfen, wohl aber besitzen; auch d\u00fcrfen wir, was aus einer Mischung von Getreidemehl mit Fr\u00fcchtes\u00e4ften, Milch, Eiern berei\u00adtet ist, aus demselben Grunde nicht genie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">e. Von allem, was wir am Pessachfest genie\u00dfen wollen, m\u00fcssen wir die Gewi\u00dfheit haben, dass es mit Ges\u00e4uertem oder s\u00e4uerungsf\u00e4higen Stoffen nie in irgend welche Ber\u00fchrung gekommen ist; wir d\u00fcrfen deshalb Genu\u00dfgegenst\u00e4nde f\u00fcr dieses Fst nur von Personen kaufen, die in religi\u00f6sen Angelegenheiten volles Vertrauen verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f. Zur Bereitung von Genu\u00dfgegenst\u00e4nden oder als Tischger\u00e4te am Pessachfest m\u00fcsen wir entweder besondere Gef\u00e4\u00dfe und Ger\u00e4te halten oder anderweitig schon gebrauchte nach Anweisung eines Torakundi\u00adgen reinigen. Dieses gilt auch von \u00d6fen, Kochherden, Speise\u2011 und Anrichttischen u.dgl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Es ist uns geboten, alles Ges\u00e4uerte oder mit solchem Gemisch\u00adte, das wir besitzen, vor dem Fest gr\u00fcndlich aufzusuchen und es entweder aus der Welt zu schaffen oder einem Nichtisraeliten rechtskr\u00e4ftig zu schenken oder zu verkaufen. Der K\u00e4ufer mu\u00df einen Teil des Kaufschillings bar erlegen und das erkaufte Ges\u00e4uerte in sein Haus bringen. Ist das Fortschaffen dem K\u00e4ufer unm\u00f6glich, so mu\u00df man ihm vor oder gleichzeitig mit dem Kauf die R\u00e4umlichkei\u00adten, worin sich das Ges\u00e4uerte befindet, vermieten und ihm die Schl\u00fcssel aush\u00e4ndigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Das Aufsuchen (Bedikat Hamaz ) ist am Abend des 13. auf den 14. Nissan am Anfang der Nacht mit einem Licht in allen R\u00e4umlich\u00adkeiten vorzunehmen, wohin Ges\u00e4uertes gekommen sein kann. Das Gefundene mu\u00df man gegen Verschleppung wohl verwahren und am 14. Nissan vormittags (etwa um 10 Uhr) aus der Welt schaffen; dies geschieht gew\u00f6hnlich durch Verbrennen bei besonders dazu angez\u00fcn\u00addetem Feuer. Vor dem Aufsuchen spricht man die Benediktion Al Biur Chamaz. Nach dem Aufsuchen&nbsp; sowie nach dem Verbrennen spricht man die Erkl\u00e4rung aus, dass man das etwa nicht wegge\u00adschaffte Ges\u00e4uerte als nichtig und wertlos betrachte, (betul); dieses gschieht durch die Formel kal chamira. (Siehe Haggada).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. Vom 14. Nissan, dem R\u00fcsttage zum Pessachfest, ist noch folgen\u00addes zu merken. Die m\u00e4nnlichen Erstgeborenen, und so lange sie nicht 13 Jahre alt sind, statt ihrer, Vater und Mutter, fasten an diesem Tag. Von Mittag an, also zur Zeit, da im Tempel das Pes\u00adsachopfer\u00a0 dargebracht wurde, ist die Verrichtung gewerbsm\u00e4\u00dfiger oder grober Arbeiten etwa wie an den Halbfesten verboten. Auch der Genu\u00df von unges\u00e4uertem Brote (Mazza), au\u00dfer n\u00f6tigenfalls in zerriebenem, und nachher gekochtem Zustand, ist an diesem Tage streng untersagt, damit man zu dem f\u00fcr den Abend vorgeschriebenen Genu\u00df solchen Brotes sich die E\u00dflust bewahre und Gottes Gebot mit Vergn\u00fcgen erf\u00fclle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>III.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Wir sind nicht verpflichtet, w\u00e4hrend des Pessachfestes uns des unges\u00e4uerten Brotes als Nahrungsmittel zu bedienen, d\u00fcrfen viel\u00admehr uns mit allem anderen Erlaubten ern\u00e4hren. F\u00fcr die beiden ersten Abende jedoch ist uns der Genu\u00df unges\u00e4uerten Brotes (Mazza) geboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Das zu diesem gebotenen Genusse bestimmte unges\u00e4uerte Brot (Mazza schel Mitzwa, aber unrichtig Mitzwa genannt) ist mit besonderer Hut und Sorgfalt f\u00fcr diesen Zweck zu bereiten, und es wird vor dessen Genu\u00df die Benediktion&nbsp; al ochlit Mazza gespro\u00adchen. Wir beginnen unsere Abendmahlzeit mit diesem Brote ( Mozi Mazza) und schlie\u00dfen sie mit demselben (Afikoman).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. Au\u00dferdem ist uns geboten, an diesen Abenden bittere Kr\u00e4uter, (Moror) wie Lattich, Meerrretttich u. dgl. zu genie\u00dfen, um uns zu erinnern, dass unseren V\u00e4tern in \u00c4gypten das Leben verbittert wurde. Als Bild des mit Stroh vermengten M\u00f6rtels, den unsere Vorfahren in der Sklaverei verarbeiten mu\u00dften, bereiten wir ein Kompott (Charoset) aus gesto\u00dfenen Fr\u00fcchten: \u00c4pfeln, N\u00fcssen oder dgl., mengen es mit grob gemahlenen Gew\u00fcrzen (Zimmet) und tauchen das bittere Kraut vor dem Genusse darein und sprechen die Bene\u00addiktion al achilat Maror. Wir genie\u00dfen das bittere Kraut einmal f\u00fcr sich allein, und dann noch einmal mit unges\u00e4uertem Brot zusammen, und zwar jedesmal so viel wie ein halbes Ei; auch das unges\u00e4uerte Brot soll, so oft wir es an diesem Abend zu genie\u00dfen haben, von dieser Gr\u00f6\u00dfe sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d. Unsere Weisen s.A. haben ferner angeordnet, dass jeder, auch der \u00e4rmste Israelite, an diesem Abend vier, je mindestens 1 1\/2 Eiergr\u00f6\u00dfen fassende Becher Wein trinke, damit wir der vierfachen Wohltat der Befreiung, Rettung, Erl\u00f6sung und Erw\u00e4hlung gedenken und uns recht herzlich freuen m\u00f6gen. ( 2. Mos. 6, 6\u20117). Um den Armen diesen Genu\u00df zu erm\u00f6glichen, sollen wir sie auf dieses Fest besonders unterst\u00fctzen und familienlose Arme auf diese Abende zu Tische laden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">e. Bei allen diesen vorgeschriebenen Gen\u00fcssen (mit Ausnahme des ersten Bitterkrautes) sollen wir uns mit der linken Seite an ein Polster lehnen, um die Freiheit sinnbildlich darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>IV.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Die Tora gebietet uns endlich, dass an diesen Festabenden jeder Familienvater seinen Kindern und Hausgenossen, jeder Alleinste\u00adhende aber sich selbst, die Geschichte der wunderbaren Befreiung unserer V\u00e4ter aus \u00c4gypten erz\u00e4hle. F\u00fcr diese Erz\u00e4hlung und die damit verbundenen Lobges\u00e4nge und Benediktionen haben wir einen von unseren Weisen s.A. \u00fcberlieferten Vortrag (Hagada), zwischen dessen Teilen der Genu\u00df der Mazza, des Moror, des Weines und des Festmahles in sinniger Weise eingeschaltet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Die Feierlichkeit (Seder), welche einen Hauptbestandteil der Pessachfeier bildet, machte von jeher einen sehr erhebenden Eindruck auf Israels Jugend. Darum sollen Eltern ihre Kinder wach erhalten und alles f\u00fcr die Feier Erforderliche so in die Augen fallend vorzubereiten suchen, dass die Wi\u00dfbegierde die Jugend zu Fragen nach der Bedeutung der Feier veranlasse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. Die Vorbereitung besteht in folgendem: Man stellt die sch\u00f6n\u00adsten Trinkgef\u00e4\u00dfe, die man besitzt, auf den Tisch, legt auf eine Platte oder ein Gestell drei der besonders zubereiteten unges\u00e4u\u00aderten Brote und stellt dar\u00fcber in sch\u00f6nen Gef\u00e4\u00dfen, ausser den bitteren Kr\u00e4utern und dem Kompott, einen mit noch etwas Fleisch versehenen Knochen ( ) und ein Ei, beide gebraten, dann noch ein Kraut, gew\u00f6hnliche Petersilie und Essig oder Salzwasser zum Eintauchen des Krautes. Der Knochen (von dem \u00fcbrigens an den beiden Abenden nicht genossen werden darf) soll an das Pessachopfer, das Ei an das Festmahlopfer im Tempel erinnern. Man w\u00e4hlt dazu ein Ei, weil dieseses in Israel als Sinnbild der Trauer gilt. Wir sollen n\u00e4mlich mitten in der Festesfreude des zerst\u00f6rten Tempels nicht vergessen. Das Kraut (Petersilie) wird, in Essig oder Salzwasser getaucht, alsobald nach dem Kiddusch, mit welchem die Feier beginnt, gegessen, nachdem man die Benediktion Bore Peri haAdama gesprochen. Dieser auffallende, scheinbar die Abendmahlzeit er\u00f6ffnende Genu\u00df hat keinen anderen Zweck, als die Fragelust der Kinder zu erregen. Haben sie gefragt (Ma Nischtana), so beginnt der Vortrag als Antwort. Doch mu\u00df dieser Vortrag den Kindern deutlich und verst\u00e4ndlich gemacht werden, wenn dadurch dem Gebote der Tora gen\u00fcgt sein soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d. Die Reihenfolge der Handlungen ist aus der Haggada ersicht\u00adlich. Nach den vorgeschriebenen vier Bechern darf man an diesen Abenden keinen Wein mehr trinken, nach dem zum Schlusse der Mahlzeit zu genie\u00dfenden unges\u00e4uerten Brote (Afikoman) nicht mehr essen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Tag bleibe euch zum Andenken, und ihr sollt ihn als ein Gott geweihtes Fest feiern; f\u00fcr eure Nachkommen als ein ewiges Gsetz sollt ihr ihn feiern. Sieben Tage sollt ihr nur unges\u00e4uertes Brot essen, jedoch an jenem ersten Tage sollt ihr aus euren H\u00e4usern den Sauerteig wegschaffen; denn wer Ges\u00e4uertes i\u00dft, die Seele wird aus Israel vernichtet \u2011 vom ersten Tag bis zum siebenten Tag&#8230;..Ihr sollt die unges\u00e4uerten Brote h\u00fcten, weil ich an eben diesem Tage eure Heere aus dem Lande \u00c4gypten hinausgef\u00fchrt, und ihr sollt diesen Tag h\u00fcten f\u00fcr eure Nachkommen als ein ewiges Gesetz. Im ersten, am 14. Tag des Monats, am Abend sollt ihr unges\u00e4uertes Brot essen, bis zum einundzwanzigsten des Monats am Abend. 2. Mos. 12, 14,15,17,18.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moses sprach zum Volke: Bleibet eingedenk dieses Tages, an wel\u00adchem ihr aus \u00c4gypten, aus dem Sklavenhause gezogen; denn mit St\u00e4rke der Hand hat Gott euch von hier hinausgef\u00fchrt, und es darf nichts Ges\u00e4uertes gegessen werden. Heute zieht ihr hinaus im Fr\u00fchlingsmonat&#8230;. Sieben Tage soll nur Unges\u00e4uertes gegessen werden, und es soll bei dir nicht gesehen werden Ges\u00e4uertes, und es soll bei dir nicht gesehen werden Sauerteig in deinem Gebiete. Und du sollst deinem Sohne erz\u00e4hlen an jenem Tag: Um dieses willen hat Gott f\u00fcr mich gehandelt, als ich aus \u00c4gypten heraus\u00adzog. 2. Mos. 13, 3,4,7,8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sollen das Fleisch (des Pessachopfers) in dieser Nacht essen, feuergebraten, und unges\u00e4uertes Brot, nebst bitteren Kr\u00e4utern sollen sie es essen. 2. Mos. 12,8.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Geschichtliche Bedeutung. Das \u00dcberschreitungsfest ist als Denkmal eingesetzt, das uns an die Befreiung Israels&nbsp; aus \u00c4gypten erinnern soll; darum nennen wir dieses Fest im Gebet Seman Haru\u00adtenu, die Zeit &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-336","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-festzeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=336"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/336\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":337,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/336\/revisions\/337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}