{"id":344,"date":"2020-03-27T16:25:11","date_gmt":"2020-03-27T15:25:11","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=344"},"modified":"2021-06-02T12:55:01","modified_gmt":"2021-06-02T10:55:01","slug":"die-schriftliche-und-die-muendliche-tora","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=344","title":{"rendered":"Die schriftliche und die m\u00fcndliche Tora"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Da das Volk nach der Offenbarung der zehn Worte aus Furcht vor den gro\u00dfartigen Erscheinungen gebeten hatte, Moses m\u00f6ge ihnen den noch nicht geoffenbarten Teil der Tora nach Gottes Befehl mitteilen, berief Gott Moses auf den Berg und&nbsp; teilte ihm w\u00e4hrend der vierzig Tage seines Verweilens die ganze Tora mit, den geschriebenen Wortlaut Tora schebichtaw und dessen m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung Tora schebeal pe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Moses teilte die ihm geoffenbarte Tora dem Volke, w\u00e4hrend der vierzigj\u00e4hrigen W\u00fcstenwanderung allm\u00e4hlich, manches bei passenden Veranlassungen, zun\u00e4chst m\u00fcndlich mit, alles bis ins Einzelne erkl\u00e4rend. Erst am Ende seines Lebens vollendete er die geschrie\u00adbene Tora, die f\u00fcnf B\u00fccher Moses (&nbsp; ) und \u00fcbergab sie Israel; und wir sind verpflichtet, jeden Buchstaben, jedes Wort der schrift\u00adlichen Tora als von Gott geoffenbart zu betrachten, und d\u00fcrfen den Gedanken, Moses habe nach eigenem Gutd\u00fcnken irgend etwas beigef\u00fcgt oder weggelassen, in uns nicht aufkommen lassen. Die m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung aber, ohne welche die geschriebene Tora ganz unverst\u00e4ndlich ist, durfte nicht niedergeschrieben werden; (Hirsch, Pent. II. 21, 1 und V. 31,32.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das urspr\u00fcngliche Verbot, die geoffenbarte m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung der Tora niederzuschreiben, sind mannigfach; folgende zwei sind besonders zu beachten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Da die ewig unver\u00e4nderliche Tora f\u00fcr alle Zeiten und L\u00e4nder gegeben ist und auf alle Lebensverh\u00e4ltnisse sich bezieht, so w\u00fcrde sie, wenn alles hierzu Erforderliche geschrieben werden sollte, sehr umfangreich geworden sein und vieles enthalten haben, was f\u00fcr die damaligen Zeit\u2011, Landes\u2011 und Lebensverh\u00e4ltnis\u00adse nicht nur entbehrlich, sondern auch zu manchen Zeiten und in manchen L\u00e4ndern unverst\u00e4ndlich&nbsp; gewesen w\u00e4re. Die m\u00fcndliche Lehre macht es aber m\u00f6glich, das geschriebene Torawort auf alle diese Verh\u00e4ltnisse anzuwenden, so dass Israel auf seiner langen Wande\u00adrung durch alle Zeiten und L\u00e4nder sein Leben nach der Tora einrichten kann, ohne dass in ihr etwas veraltet oder zu ihr etwas hinzuzukommen braucht. (Ple\u00dfner, Religionsunterricht \u00a7 150.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Israel sollte die Tora nicht nur hinnehmen, es soll sich um sie bem\u00fchen, sie t\u00e4glich neu erwerben, sie soll die erhabenste Besch\u00e4ftigung seines Geistes, sein Lebensodem sein. Dieser Zweck<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">w\u00e4re durch ein Buch, dessen ganzer Inhalt in seinem einfachen Wortlaute liegt, nicht zu erreichen gewesen. Nach der weisen Einrichtung Gottes, der die eine unzertrennlich, einheitliche Tora uns teils schriftlich, teils m\u00fcndlich \u00fcbergeben, war Israel veranlasst, nicht nur die m\u00fcndliche Tora fortw\u00e4hrend seinem Ge\u00add\u00e4chtnisse einzupr\u00e4gen, sondern auch die m\u00fcndliche Auslegung im geschriebenen Wortlaute der Tora aufzusuchen. Tun wir das an Hand der uns dazu \u00fcbergebenen dreizehn Regeln&nbsp;&nbsp;&nbsp; (&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; )&nbsp;&nbsp; so erkennen wir erst recht die tiefe, wahrhaft g\u00f6ttliche Weisheit der Tora, in welcher jedes P\u00fcnktchen, jeder Buchstabe, jedes Wort, jede Satz\u2011 und Wortstellung eine wichtige Bedeutung hat, und anerkennen, wie uns geboten ist, bereitwillig: dass die m\u00fcndliche und die schriftliche Tora von Ewigkeit her eine unzertrennliche Einheit bilden, g\u00f6ttlichen Ursprungs, und zusammen diejenige Tora sind, die Moses am Sinai geoffenbart worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Die m\u00fcndliche Tora wurde denn auch m\u00fcndlich von Geschlecht zu Geschlecht fort\u00fcberliefert (Tradition). Als sich aber nach der Zerst\u00f6rung des zweiten Tempels die Leiden Israels h\u00e4uften und Israel immer mehr von dem heiligen Boden seines Erblandes verdr\u00e4ngt und in die Zerstreuung hinausgetrieben wurde, da f\u00fcrchtete man, die m\u00fcndliche Lehre m\u00f6chte namentlich von den Zerstreuten vergessen werden. Da entschloss sich der damalige Patriarch R. Jehuda Hanassi (auch Rabinu hakadosch, der Heilige, oder einfach Rabbi, der Lehrer genannt) notgedrungen, die m\u00fcndliche Lehre in einem Gesetzbuch zusammenzustellen und etwas 120 Jahre nach der Tempelzerst\u00f6rung niederzuschreiben. Diese Schrift f\u00fchrt den Namen Mischna.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Da die Mischna sehr tief und kurz abgefa\u00dft ist und namentlich ihre Begr\u00fcndung noch dem M\u00fcndlichen \u00fcberl\u00e4st, so wurde sp\u00e4ter bei weiterer Vermehrung der Leiden und der Zerstreuung Israels auch ein Niederschreiben der Erkl\u00e4rung und Begr\u00fcndung der Mischna n\u00f6tig. Man nennt diese Begr\u00fcndung Gemara, von der wir zwei Nie\u00adderschreibungen besitzen. Die eine wurde in Pal\u00e4stina verfasst und hei\u00dft Gemara Jeruschalmi oder Talmud Jeruschalmi; die andere aber von dem Oberhaupt der Schule zu Sura am Euphrat in Babylonien, Rab Aschi, begonnen und, nachdem dieser sechzig Jahre daran gearbeitet hatte, von seinen Sch\u00fclern und Amtsnachfolgern, unter welchen besonders sein Sohn Mar zu nennen ist, w\u00e4hrend weiterer dreiundsiebzig Jahre fortgesetzt und endlich von dem letzten Amora, Rab Awina = Rabina, etwas mehr als 300 Jahre nach Abschluss der Mischna vollendet. Diese Schrift f\u00fchrt den Namen Gemara Bablit oder Talmud Babli. Diese beiden Schriftwerke mit der Mischna und einigen anderen ihnen zugrunde liegenden Sammlungen der m\u00fcndlichen Lehre (Bereita, Tosefta, Mechilta, Sifra, Sefri) werden gemeinhin Talmud genannt und enthalten die einzig richti\u00adge, am Sinai geoffenbarte Auslegung der Tora. Wir sind verpflichtet, sie als solche anzuerkennen und die Toravorschriften nur in der Weise zu erf\u00fcllen, wie uns darin gelehrt wird. (11, 1c)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Der Talmud enth\u00e4lt \u00fcbrigens nicht blo\u00df die mit der schriftli\u00adchen Tora vollkommen gleichstehende m\u00fcndliche Auslegung derselben&nbsp; (&nbsp;&nbsp; )&nbsp;&nbsp; sondern auch noch andere sehr wichtige Bestandteile. Die Tr\u00e4ger der \u00dcberlieferung, die H\u00e4upter der j\u00fcdischen Nation, welche den obersten Gerichtshof Bet Din Hagadol bildeten, hatten n\u00e4mlich das Recht und die Pflicht, Gebote und Anordnungen zu erlassen (Minhagim, Tiknot Mizwot () sowie auch Verbote (Gesirot Gedirot we Sigim) zur Umz\u00e4unung der Tora, d.h. zur F\u00fcrsorge, dass Gebote der schriftlichen Tora nicht leicht \u00fcbertreten werden. Auch diese Gebote und Verbote sind im Talmud enthalten, werden aber nicht als g\u00f6ttliche Gebote (min HaTora) ausgegeben, sondern als das, was sie sind, rabbinische Vorschriften ( ). Der bisher erw\u00e4hnte Inhalt des Talmuds f\u00fchrt den Namen Halacha ( ) und bezieht sich ausschlie\u00dflich auf die Vorschriften der Tora.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Der Talmud enth\u00e4lt auch die Agada; das sind tiefe Auslegungen der heiligen Schriften, die sich nicht auf die Gesetze beziehen, sowie kernige Weisheitsspr\u00fcche, geschichtliche Mitteilungen, sinnige Gleichnisse u.dgl. Derartiger Stoff findet sich au\u00dfer dem Talmud noch in besonderen Sammlungen, die den Namen Midraschin f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Die Gesetzes\u00fcberlieferer nach den Propheten bis zur Abfassung der Mischna hei\u00dfen Tanaim, Einz. Tana, von da an bis zum Abschluss des Talmuds Amoraium, Ein. Amora, allgemein auch &#8222;unsere Lehrer&#8220; oder &#8222;unsere Weisen seligen Andenkens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott sprach zu Moses: Steige zu mir auf den Berg und verweile dort; ich werde dir dort geben die steinernen Tafeln und die Lehren und das Gesetz, das ich geschrieben habe, um sie (danach m\u00fcndlich) zu lehren. 2.Mos. 24,12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moses erhielt die Tora am Sinai, \u00fcberlieferte sie an Josua, Josua an die \u00c4ltesten, die \u00c4ltesten an die Propheten, die Propheten an die M\u00e4nner der gro\u00dfen Synagoge. Abot 1,1.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die schriftliche und die m\u00fcndliche Tora<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Da das Volk nach der Offenbarung der zehn Worte aus Furcht vor den gro\u00dfartigen Erscheinungen gebeten hatte, Moses m\u00f6ge ihnen den noch nicht geoffenbarten Teil der Tora nach Gottes Befehl mitteilen, berief Gott Moses auf den Berg und&nbsp; teilte ihm w\u00e4hrend der vierzig Tage seines Verweilens die ganze Tora mit, den geschriebenen Wortlaut Tora schebichtaw und dessen m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung Tora schebeal pe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Moses teilte die ihm geoffenbarte Tora dem Volke, w\u00e4hrend der vierzigj\u00e4hrigen W\u00fcstenwanderung allm\u00e4hlich, manches bei passenden Veranlassungen, zun\u00e4chst m\u00fcndlich mit, alles bis ins Einzelne erkl\u00e4rend. Erst am Ende seines Lebens vollendete er die geschrie\u00adbene Tora, die f\u00fcnf B\u00fccher Moses (&nbsp; ) und \u00fcbergab sie Israel; und wir sind verpflichtet, jeden Buchstaben, jedes Wort der schrift\u00adlichen Tora als von Gott geoffenbart zu betrachten, und d\u00fcrfen den Gedanken, Moses habe nach eigenem Gutd\u00fcnken irgend etwas beigef\u00fcgt oder weggelassen, in uns nicht aufkommen lassen. Die m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung aber, ohne welche die geschriebene Tora ganz unverst\u00e4ndlich ist, durfte nicht niedergeschrieben werden; (Hirsch, Pent. II. 21, 1 und V. 31,32.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das urspr\u00fcngliche Verbot, die geoffenbarte m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung der Tora niederzuschreiben, sind mannigfach; folgende zwei sind besonders zu beachten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Da die ewig unver\u00e4nderliche Tora f\u00fcr alle Zeiten und L\u00e4nder gegeben ist und auf alle Lebensverh\u00e4ltnisse sich bezieht, so w\u00fcrde sie, wenn alles hierzu Erforderliche geschrieben werden sollte, sehr umfangreich geworden sein und vieles enthalten haben, was f\u00fcr die damaligen Zeit\u2011, Landes\u2011 und Lebensverh\u00e4ltnis\u00adse nicht nur entbehrlich, sondern auch zu manchen Zeiten und in manchen L\u00e4ndern unverst\u00e4ndlich&nbsp; gewesen w\u00e4re. Die m\u00fcndliche Lehre macht es aber m\u00f6glich, das geschriebene Torawort auf alle diese Verh\u00e4ltnisse anzuwenden, so dass Israel auf seiner langen Wande\u00adrung durch alle Zeiten und L\u00e4nder sein Leben nach der Tora einrichten kann, ohne dass in ihr etwas veraltet oder zu ihr etwas hinzuzukommen braucht. (Ple\u00dfner, Religionsunterricht \u00a7 150.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Israel sollte die Tora nicht nur hinnehmen, es soll sich um sie bem\u00fchen, sie t\u00e4glich neu erwerben, sie soll die erhabenste Besch\u00e4ftigung seines Geistes, sein Lebensodem sein. Dieser Zweck w\u00e4re durch ein Buch, dessen ganzer Inhalt in seinem einfachen Wortlaute liegt, nicht zu erreichen gewesen. Nach der weisen Einrichtung Gottes, der die eine unzertrennlich, einheitliche Tora uns teils schriftlich, teils m\u00fcndlich \u00fcbergeben, war Israel veranlasst, nicht nur die m\u00fcndliche Tora fortw\u00e4hrend seinem Ge\u00add\u00e4chtnisse einzupr\u00e4gen, sondern auch die m\u00fcndliche Auslegung im geschriebenen Wortlaute der Tora aufzusuchen. Tun wir das an Hand der uns dazu \u00fcbergebenen dreizehn Regeln&nbsp;&nbsp;&nbsp; (&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; )&nbsp;&nbsp; so erkennen wir erst recht die tiefe, wahrhaft g\u00f6ttliche Weisheit der Tora, in welcher jedes P\u00fcnktchen, jeder Buchstabe, jedes Wort, jede Satz\u2011 und Wortstellung eine wichtige Bedeutung hat, und anerkennen, wie uns geboten ist, bereitwillig: dass die m\u00fcndliche und die schriftliche Tora von Ewigkeit her eine unzertrennliche Einheit bilden, g\u00f6ttlichen Ursprungs, und zusammen diejenige Tora sind, die Moses am Sinai geoffenbart worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Die m\u00fcndliche Tora wurde denn auch m\u00fcndlich von Geschlecht zu Geschlecht fort\u00fcberliefert (Tradition). Als sich aber nach der Zerst\u00f6rung des zweiten Tempels die Leiden Israels h\u00e4uften und Israel immer mehr von dem heiligen Boden seines Erblandes verdr\u00e4ngt und in die Zerstreuung hinausgetrieben wurde, da f\u00fcrchtete man, die m\u00fcndliche Lehre m\u00f6chte namentlich von den Zerstreuten vergessen werden. Da entschloss sich der damalige Patriarch R. Jehuda Hanassi (auch Rabinu hakadosch, der Heilige, oder einfach Rabbi, der Lehrer genannt) notgedrungen, die m\u00fcndliche Lehre in einem Gesetzbuch zusammenzustellen und etwas 120 Jahre nach der Tempelzerst\u00f6rung niederzuschreiben. Diese Schrift f\u00fchrt den Namen Mischna.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Da die Mischna sehr tief und kurz abgefa\u00dft ist und namentlich ihre Begr\u00fcndung noch dem M\u00fcndlichen \u00fcberl\u00e4st, so wurde sp\u00e4ter bei weiterer Vermehrung der Leiden und der Zerstreuung Israels auch ein Niederschreiben der Erkl\u00e4rung und Begr\u00fcndung der Mischna n\u00f6tig. Man nennt diese Begr\u00fcndung Gemara, von der wir zwei Nie\u00adderschreibungen besitzen. Die eine wurde in Pal\u00e4stina verfasst und hei\u00dft Gemara Jeruschalmi oder Talmud Jeruschalmi; die andere aber von dem Oberhaupt der Schule zu Sura am Euphrat in Babylonien, Rab Aschi, begonnen und, nachdem dieser sechzig Jahre daran gearbeitet hatte, von seinen Sch\u00fclern und Amtsnachfolgern, unter welchen besonders sein Sohn Mar zu nennen ist, w\u00e4hrend weiterer dreiundsiebzig Jahre fortgesetzt und endlich von dem letzten Amora, Rab Awina = Rabina, etwas mehr als 300 Jahre nach Abschluss der Mischna vollendet. Diese Schrift f\u00fchrt den Namen Gemara Bablit oder Talmud Babli. Diese beiden Schriftwerke mit der Mischna und einigen anderen ihnen zugrunde liegenden Sammlungen der m\u00fcndlichen Lehre (Bereita, Tosefta, Mechilta, Sifra, Sefri) werden gemeinhin Talmud genannt und enthalten die einzig richti\u00adge, am Sinai geoffenbarte Auslegung der Tora. Wir sind verpflichtet, sie als solche anzuerkennen und die Toravorschriften nur in der Weise zu erf\u00fcllen, wie uns darin gelehrt wird. (11, 1c)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Der Talmud enth\u00e4lt \u00fcbrigens nicht blo\u00df die mit der schriftli\u00adchen Tora vollkommen gleichstehende m\u00fcndliche Auslegung derselben&nbsp; (&nbsp;&nbsp; )&nbsp;&nbsp; sondern auch noch andere sehr wichtige Bestandteile. Die Tr\u00e4ger der \u00dcberlieferung, die H\u00e4upter der j\u00fcdischen Nation, welche den obersten Gerichtshof Bet Din Hagadol bildeten, hatten n\u00e4mlich das Recht und die Pflicht, Gebote und Anordnungen zu erlassen (Minhagim, Tiknot Mizwot () sowie auch Verbote (Gesirot Gedirot we Sigim) zur Umz\u00e4unung der Tora, d.h. zur F\u00fcrsorge, dass Gebote der schriftlichen Tora nicht leicht \u00fcbertreten werden. Auch diese Gebote und Verbote sind im Talmud enthalten, werden aber nicht als g\u00f6ttliche Gebote (min HaTora) ausgegeben, sondern als das, was sie sind, rabbinische Vorschriften ( ). Der bisher erw\u00e4hnte Inhalt des Talmuds f\u00fchrt den Namen Halacha ( ) und bezieht sich ausschlie\u00dflich auf die Vorschriften der Tora.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Der Talmud enth\u00e4lt auch die Agada; das sind tiefe Auslegungen der heiligen Schriften, die sich nicht auf die Gesetze beziehen, sowie kernige Weisheitsspr\u00fcche, geschichtliche Mitteilungen, sinnige Gleichnisse u.dgl. Derartiger Stoff findet sich au\u00dfer dem Talmud noch in besonderen Sammlungen, die den Namen Midraschin f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Die Gesetzes\u00fcberlieferer nach den Propheten bis zur Abfassung der Mischna hei\u00dfen Tanaim, Einz. Tana, von da an bis zum Abschluss des Talmuds Amoraium, Ein. Amora, allgemein auch &#8222;unsere Lehrer&#8220; oder &#8222;unsere Weisen seligen Andenkens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott sprach zu Moses: Steige zu mir auf den Berg und verweile dort; ich werde dir dort geben die steinernen Tafeln und die Lehren und das Gesetz, das ich geschrieben habe, um sie (danach m\u00fcndlich) zu lehren. 2.Mos. 24,12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moses erhielt die Tora am Sinai, \u00fcberlieferte sie an Josua, Josua an die \u00c4ltesten, die \u00c4ltesten an die Propheten, die Propheten an die M\u00e4nner der gro\u00dfen Synagoge. Abot 1,1.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Da das Volk nach der Offenbarung der zehn Worte aus Furcht vor den gro\u00dfartigen Erscheinungen gebeten hatte, Moses m\u00f6ge ihnen den noch nicht geoffenbarten Teil der Tora nach Gottes &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-344","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-israel-und-die-tora"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/344","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=344"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/344\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":346,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/344\/revisions\/346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=344"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=344"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alefbet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=344"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}