{"id":354,"date":"2020-03-27T16:28:25","date_gmt":"2020-03-27T15:28:25","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=354"},"modified":"2021-06-02T12:56:04","modified_gmt":"2021-06-02T10:56:04","slug":"die-vorschriften-der-elternverehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=354","title":{"rendered":"Die Vorschriften der Elternverehrung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Durch zwei Gebote dr\u00fcckt die Tora das aus, was wir unseren Eltern schulden: 1. Wertsch\u00e4tzung (kawod) und 2. Ehrfurcht&nbsp; ( ). Diese Gebote fordern von uns, in unseren Eltern nach Gott die f\u00fcr uns h\u00f6chsten Wesen auf Erden anzuerkennen, sie demgem\u00e4\u00df \u00fcber alles zu lieben und zu verehren und diese Gesinnung stets durch Wort und Tag zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Daraus folgt zun\u00e4chst, dass wir den Eltern unbedingt Gehorsam leisten m\u00fcssen, ihren Worten nie Widerspruch, ihren Handlungen nie Murren oder Tadel entgegensetzen d\u00fcrfen. Unsere Weisen s.A. sagen hier\u00fcber beispielsweise: Wenn der Vater (oder die Mutter) im Beisein des Kindes einen mit Gold gef\u00fcllten Beutel ins Meer wirft, darf das Kind ihm keine Vorw\u00fcrfe machen, keinen Schmerz in seiner Gegenwart \u00e4u\u00dfern, geschweige denn z\u00fcrnen. Wenn der Sohn in Ehrenkleidern an der Spitze der Ratsversammlung seiner Gemeinde s\u00e4\u00dfe und Vater und Mutter rissen ihm die Kleider vom Leibe und schl\u00fcgen ihm ins Angesicht, so m\u00fc\u00dfte der Sohn schweigen und eine solche Handlungsweise der Eltern wie ein von Gott verh\u00e4ngtes Schicksal hinnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Wenn Kinder von Vater oder Mutter bei Lebzeiten oder nach dem Tode sprechen, so mu\u00df es in Ausdr\u00fccken der h\u00f6chsten Verehrung geschehen. \u2011 Ohne Erlaubnis der Eltern d\u00fcrfen Kinder in deren Gegenwart oder Angelegenheiten nichts sprechen; auch m\u00fcssen Kinder sich aus allen Kr\u00e4ften bem\u00fchen, den Worten ihrer Eltern Achtung und Anerkennung zu verschaffen. \u2011 Kinder d\u00fcrfen sich nie an den Platz stellen oder setzen, wo die Eltern zu sitzen oder zu stehen pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Kinder sind schuldig, f\u00fcr ihre Eltern alle m\u00f6glichen Opfer an Geld und pers\u00f6nlichen Leistungen zu bringen; sie m\u00fcssen, wenn die Eltern es w\u00fcnschen oder bed\u00fcrfen, ihnen zu essen und zu trinken geben, sie an\u2011 und auskleiden, sie aus\u2011 und einf\u00fchren u. dgl. Zu allen derartigen Hilfeleistungen sind sie ganz besonders ver\u00adpflichtet, wenn die Eltrn im Alter schwach an K\u00f6rper\u2011 oder Gei\u00adsteskr\u00e4ften geworden sind. Die Pflicht, die Eltern durch pers\u00f6n\u00adliche Dienstleistung zu ehren, geht soweit, dass wir davon nicht entbunden sind, wenn wir durch die Zeitvers\u00e4umnis in die Lage k\u00e4men, am folgenden Tag unser Brot betteln zu m\u00fcssen. \u2011 Verheira\u00adtete T\u00f6chter jedoch m\u00fcssen sich in bezug auf Geld\u2011 und pers\u00f6nli\u00adche Leistungen f\u00fcr ihre Eltern nach dem Willen ihres Ehemannes richten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Nur in einem Fall sind die Kinder verpflichtet, den Willen der Eltern unbefolgt zu lassen, n\u00e4mlich, wenn diese von ihnen verlan\u00adgen, ein Gebot der m\u00fcndlichen oder schriftlichen Tora zu \u00fcbertre\u00adten. Aber auch in diesem Fall, oder wenn die Eltern selbst von Gottes Wegen abweichen, d\u00fcrfen die Kinder sie nicht in harten Worten ab\u2011 oder zurechtweisen, sondern nur sagen: Vater, Mutter! so und so gebietet die Tora. Denn auch s\u00fcndhafte Eltern d\u00fcrfen Kinder Wertsch\u00e4tzung und Ehrfurcht nicht versagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Drei Vergehungen gegen die Eltern bedroht die Tora mit Todes\u00adstrafe durch das Gericht: Wer seinen Eltrn, sei es bei ihrem Leben oder nach ihrem Tode, flucht, wer sie schl\u00e4gt und verwun\u00addet, und wer sie (unter gewissen Umst\u00e4nden) bestiehlt und das Gestohlene verpra\u00dft. Die Todesstrafe kann jetzt nicht vollzogen werden; aus der Bedrohung erkennen wir aber, welch schwere S\u00fcnden das sind. Wegen der Gefahr der Verwundung ist es verboten, an Eltern wund\u00e4rztliche Verrichtungen vorzunehmen, wenn diese durch einen andern vorgenommen werden k\u00f6nnen. \u2011 Wer seine Eltern verach\u00adtet, auch nur geringsch\u00e4tzig von ihnen spricht, \u00fcber den spricht die Tora (5.Mos. 27,16) den Fluch aus: Verflucht sei, wer Vater oder Mutter geringsch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Nach der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung schlie\u00dft das Gebot der Elternverehrung auch die Verehrung der Gro\u00dfeltern, Schwiegerel\u00adtern, Stiefeltern und des \u00e4ltesten Bruders mit ein. \u2011 Da es Eltern sicher gro\u00dfen Kummer bereitet, wenn ihre Kinder nicht in Frieden beisammen leben (Joseph), so ist Geschwisterliebe als eine Forderung der Elternverehrung zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Die Wertsch\u00e4tzung oder Verehrung der Eltern mu\u00df deren Grab \u00fcberdauern. Auch nach ihrem Tode m\u00fcssen wir den Willen der Eltern befolgen, d\u00fcrfen ihrer nur mit Ausdr\u00fccken der Hochachtung erw\u00e4h\u00adnen und nie ohne ihr Andenken zu segen (&nbsp;&nbsp; ). Insbesondere aber sind wir verpflichtet, f\u00fcr sie die vorschriftsm\u00e4\u00dfige Trauer zu halten und das Gebet Kadisch zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie dir Gott, dein Gott, geboten, damit deine Tage lange dauern, und damit es dir gut ergehe auf dem Boden, den Gott, dein Gott, dir gibt. 5.Mos. 5,16.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehrf\u00fcrchtet jeder seine Mutter und seinen Vater; aber meine Sabb\u00adbate beobachtet, ich bin Gott, euer Gott. 3. Mos. 19,3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Vater oder Mutter schl\u00e4gt, soll get\u00f6tet werden. Und wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll get\u00f6tet werden. 2. Mos. 21, 15, 17.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Mann einen Sohn hat, der ungehorsam und widerspenstig ist, er h\u00f6rt nicht auf die Stimme seines Vaters und auf die Stimme seiner Mutter, sie z\u00fcchtigen ihn, und er gehorcht ihnen dennoch nicht: so ergreifen ihn sein Vater und seine Mutter und f\u00fchren ihn hinaus zu den \u00c4ltesten seiner Stadt und zum Tor seines Ortes, und sprechen zu den \u00c4ltesten seiner Stadt: Dieser unser Sohn ist ungehorsam und widerspenstig, er h\u00f6rt nicht auf unsere Stimme, er ist ein Schlemmer und ein S\u00e4ufer. Und es steinigen ihn alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du r\u00e4umst hinweg das B\u00f6se aus deiner Mitte. Ganz Israel aber h\u00f6re es und f\u00fcrchte sich. 5. Mose 21, 18\u201121.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Vater und Mutter bestiehlt und spricht, es sei kein Verbre\u00adchen, der wird bald R\u00e4ubergenosse. Spr.Sal. 28,24.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gehorche deinem Vater, er hat dich gezeugt, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird. Spr.Sal. 23, 32.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Auge, das den Vater verlacht und der Runzeln der Mutter spottet, das m\u00fcssen die Raben des Tales aushacken und die jungen Adler fressen. Spr.Sal. 30, 17.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Durch zwei Gebote dr\u00fcckt die Tora das aus, was wir unseren Eltern schulden: 1. Wertsch\u00e4tzung (kawod) und 2. Ehrfurcht&nbsp; ( ). 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