{"id":373,"date":"2020-03-27T16:34:50","date_gmt":"2020-03-27T15:34:50","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=373"},"modified":"2021-06-06T15:29:35","modified_gmt":"2021-06-06T13:29:35","slug":"wohltaetigkeitsleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=373","title":{"rendered":"Wohltaetigkeitsleistungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.Nach den Vorschriften der Tora sollen wir unserem Nebenmen\u00adschen nicht blo\u00df mit unserem Verm\u00f6gen, sondern auch durch unsere pers\u00f6nliche T\u00e4tigkeit unsere Liebe erweisen. Diese Art der Wohl\u00adt\u00e4tigkeit nennen wir ( ) im engeren Sinne. Insofern mit der Bewirtung von wandernden Armen, Versorgung armer M\u00e4dchen und Ausl\u00f6sung Gefangener pers\u00f6nliche Leistungen verbunden sind, geh\u00f6ren diese auch hierher; es sind aber noch folgende hervorzu\u00adheben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Krankenbesuch Bikur cholim<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Wir sollen die Kranken besuchen; selbst H\u00f6herstehende sollen es nicht verschm\u00e4hen, den Geringen Krankenbesuche zu machen. Personen, mit welchen man bis jetzt entzweit war, soll man nicht besuchen, ohne vorher ihre Einwilligung erlangt zu haben. Wir sollen unsere Besuche so einrichten, dass sie nach dem Urteil des Arztes f\u00fcr den Kranken weder l\u00e4stig noch nachteilig werden k\u00f6n\u00adnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Obschon der Besuch an sich Wert hat, weil die Teilnahme der Mitmenschen an seinem Leiden dem Kranken Freude und Erquickung bereitet, so erh\u00e4lt der Krankenbesuch seine wahre Bedeutung erst durch folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Wir sollen darauf achten, ob f\u00fcr den Kranken alles geschehen ist, was Menschen f\u00fcr seine Heilung und Labung tun k\u00f6nnen, und wenn nicht, so sollen wir es durch Rat und Tat zu beschaffen suchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Eine l\u00e4nger andauernde Krankhit kann f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen des Kranken eine schwere B\u00fcrde werden, die ihre eigene Gesundheit gef\u00e4hrdet, namentlich wenn damit Nachtwachen verbunden sind. Um des Kranken und seiner Angeh\u00f6rigen willen sollen wir daher einen Teil dieser Anstrengungen \u00fcbernehmen und bei der Pflege mitwir\u00adken, wenn dieses unsere eigene Kraft und Gesundheit gestattet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. Gott ist der treueste, bew\u00e4hrteste Arzt, in seiner Hand liegt Krankheit und Genesung. Darum besteht der Hauptzweck des Kranken\u00adbesuches darin, dass wir Gott f\u00fcr diesen und alle \u00fcbrigen Kranken um Hilfe anflehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Jeder Schwerkranke soll ermahnt werden, a. seine weltlichen Angelegenheiten zu ordnen, damit niemand durch ihn, falls er st\u00fcrbe, Schaden oder Unrecht erleide, b. sich mit seinen Feinden auszus\u00f6hnen, und c. das S\u00fcndenbekenntnis (Wedui) zu sprechen. Da diese Ermahnung, um den Kranken nicht aufzuregen, gro\u00dfe Vorsicht erfordert, so ist in vielen israelitischen Gemeinden der nachah\u00admenswerte Gebrauch eingef\u00fchrt, dass dieses bei jedem Kranken, wenn auch keine Gefahr vorhanden ist, von dazu aufgestellten w\u00fcrdigen M\u00e4nnern oder den Vorstehern der Krankenpflegevereine geschieht. Durch die Allgemeinheit verliert die Mahnung im einzelnen Fall das Aufregende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Von einem dem Tode nahen Kranken darf man sich nicht trennen, um ihn sich selbst oder den betr\u00fcbten Angeh\u00f6rigen allein zu \u00fcberlassen. Doch sollen die bei einem Sterbenden anwesenden Personen sich nicht mit leeren Gespr\u00e4chen unterhalten, sondern Psalmen beten oder mit Torastudium sich besch\u00e4ftigen. Es ist ein frommes Werk (Mitzwa), bei Sterbenden auszuharren und im Augen\u00adblick des Verscheidens die Bekenntnisse zu sprechen: Sch&#8217;ma Israel; ( ).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Verscheiden sprechen die Umstehenden die Benediktion Din Emet und machen einen kleinen Ri\u00df an einer beliebigen Stelle eines ihrer Kleider. An vielen Orten betet man auch Jigdal und Adon olam. (Siehe auch 88, 3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heil dem, der auf den Schwachen (Kranken) achtet, am Tage des Ungl\u00fccks rettet ihn Gott&#8230;. Gott wird auch ihn erquicken auf dem Siechbette. Ps. 44. 2. 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie krank waren, war mein Gewand ein Trauersack, ich h\u00e4rmte mich mit Fasten ab, in den Scho\u00df gebeugt sprach ich mein Gebet. Als w\u00e4r&#8217;s Freund und Bruder mir, ging ich einher&#8230; Ps.35,13.14.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Als der Prophet Jesaja zu Chiskija sprach): Also spricht Gott: Treffe Anordnungen f\u00fcr dein Haus, denn du wirst sterben und nicht leben, da wanddte Chiskaja sein Angesicht gegen die Wand und betete. (Da lie\u00df Gott ihm verk\u00fcnden): Ich habe dein Gebet geh\u00f6rt, deine Tr\u00e4nen gesehen; ich werden deiner Lebenszeit hinzuf\u00fcgen f\u00fcnfzehn Jahre. Jes. 38, 1\u20115.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Totenbestattung Keburat Metim<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Nach der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung haben die Vorschriften der Tora (5.Mos. 21, 22 u. 23), dass der hingerichtete Verbrecher nicht \u00fcber Nacht unbeerdigt bleiben darf, sondern am Todestag begraben werden mu\u00df, den Sinn, dass wir das selbst dem Verbrecher schuldig sind, geschweige denn dem nat\u00fcrlich und ehrlich Verstor\u00adbenen. Darum mu\u00df jeder Leichnam, nachdem der Eintritt des Todes festgestellt ist, noch am Sterbetag, und jedenfalls sobald als m\u00f6glich, der Erde \u00fcbergeben werden, welcher er angeh\u00f6rt, sobald sich die Seele von ihm getrennt hat. Verachtung w\u00e4re es, nicht Ehre, wollten wir die (\u00fcberdies auch f\u00fcr die \u00dcberleben\u00adden l\u00e4stige und sch\u00e4dliche) Aufl\u00f6sung des K\u00f6rpers vor unseren Augen eintreten lassen. Nur so lange darf daher ein Leichnam dem Grab vorenthalten werden, als es die Vorbereitungen zu einer seiner w\u00fcrdigen Beerdigung n\u00f6tig machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Wenn eine Leiche in einem Ort ist, sind alle Einwohner ver\u00adpflichtet, ihre Arbeit einzustllen, bis sie beerdigt ist, es w\u00e4re denn, dass Vereine bestehen oder M\u00e4nner bestellt sind, welche die Vorbereitungen treffen. Die Leichenbegleitung ist eine Pflicht, der sich niemand ohne den triftigsten Grund entziehen darf. Unter Umst\u00e4nden kann man sogar zur Unterbrechung des Torastudiums verpflichtet sein, um eine Leiche zu begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Der Tote mu\u00df vom Augenblick des Verscheidens an bewacht, nachdem der Tod feststeht, vom Bett abgehoben und auf den Zimmer\u00adboden gelegt, gewaschen, in orts\u00fcbliche Sterbekleider eingeh\u00fcllt, in den Sarg gelegt, zur Grabst\u00e4tte begleitet und in der Erde begraben werden. So heilig die Pflicht ist, den letzten Willen eines Toten zu erf\u00fcllen, wenn jemand verf\u00fcgt h\u00e4tte, er wolle nicht begraben werden, so gehorcht man ihm nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. F\u00fcr alle diese Verrichtungen bestehen teils allgemeine Vor\u00adschriften, teils durch ihr Alter geheiligte \u00f6rtliche Gebr\u00e4uche, von welchen nicht abgewichen werden darf. Allgemein vorgeschrie\u00adben ist die gleichartige Behandlung aller. Reiche wie Arme erhal\u00adten die gleichen Sterbekleider aus wei\u00dfer Leinwand und einen einfachen, kunstlosen Sarg aus Holz, der wohl allenthalben von Gemeindemitgliedern oder Vereinen gezimmert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10. In der N\u00e4he eines Toten, w\u00e4hrend der Begleitung und auf dem Begr\u00e4bnisplatz ist w\u00fcrdiges, anst\u00e4ndiges Betragen Pflicht, jede unehrerbietige Handlung verboten. Man spreche \u00fcber die guten Werke des Dahingeschiedenen, aber ohne \u00dcbertreibung. In der N\u00e4he eines Toten, wenn ihn nicht eine Scheidewand deckt, ist es verbo\u00adten, zu beten, Torazu studieren oder vorzutragen (au\u00dfer bei der Leichenrede), Tefillin oder Zizit offen zu tragen, zu essen, zu trinken, zu lesen, zu rechnen u.dgl.,ebenso auf dem Begr\u00e4bni\u00adsplatz. auf diesem und in kleinen Ortschaften, so lange eine unbeerdigte Leiche da ist, mu\u00df die Begr\u00fc\u00dfung mit Schalom alichem unterbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11. Das einmal geschlossene Grab ist unverletztlich. Es gibt wohl F\u00e4lle, in welchen ein Ausgraben stattfinden kann, dar\u00fcber hat aber ein Torakundiger zu entscheiden. Im allgemeinen gilt die Vorschrift, dass alles, was einmal f\u00fcr einen Toten bestimmt und infolge dieser Bestimmung ihm angelegt worden ist, sowie die Gr\u00e4ber, unantastbares, f\u00fcr niemand benutzbares Eigentum der Toten bleibt, bis Gott sie weckt am Tage der Auferstehung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">David schickte Boten zu den M\u00e4nnern von Jabes\u2011Gilead und lie\u00df ihnen sagen: Seid gesegnet von Gott, dass ihr diese Liebe ge\u00fcbt mit eurem Herrn, mit Saul, und ihn begraben habt; so m\u00f6ge Gott auch mit euch Gnade und Treue \u00fcben. 2. Sam. 2. 5\u20116.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Tr\u00f6sten der Trauernden Nichom Awelim<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">12. Es ist uns geboten, Trauernde zu tr\u00f6sten und ihnen Worte zu sagen, die geeignet sind, ihren Kummer zu lindern und ihr Ver\u00adtrauen auf Gott zu st\u00e4rken. Doch soll der die Leidtragenden Besuchende die Anrede derselben abwarten. \u2011 W\u00e4hrend der sieben Trauertage sollen sich, selbst wenn keine Trauernden da sind, zehn M\u00e4nner morgens und abends im Sterbehause zum Gebet versam\u00admeln; es ist allgemeine Sitte, dabei Tora vorzutragen. \u2011 Da dem Trauernden der Gesch\u00e4ftsbetrieb verboten ist (76,2,b), so sollen ihm Nachbarn und Bekannte Speisen zutragen, damit er nicht Not leide. Um Arme hierdurch nicht zu besch\u00e4men, ist es allgemeiner Gebrauch in Israel, auch den Reichen Speisen zu schicken. \u2011 Beim Weggehen vom Trauerbesuch betet man: Gott tr\u00f6ste dich (euch) nebst allen, die um Zion und Jerusalem trauern. ( )<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die drei Freunde Ijobs&#8230; h\u00f6rten all dieses Leid, das \u00fcber ihn gekommen, da brach jeder von seinem Wohnorte auf und sie verabredeten sich, hinzugehen und ihm zu bemitleiden und zu tr\u00f6sten&#8230; Sie sa\u00dfen bei ihm&#8230; sieben Tage und sieben N\u00e4chte; keiner aber sprach ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass der Schmerz gro\u00df war. Ijob 2, 11\u201113.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Als Ijob zuerst gesprochen hatte,) da antwortete Eliphas aus Theman: &#8230;. Siehe! Heil dem Sterblichen, den Gott zurechtweist; darum verachte des Allm\u00e4chtigen Zucht nicht. Denn er verwundet und verbindet, er verletzt und seine H\u00e4nde heilen. Ijob 5, 17,18. Besser zu gehen in das Haus der Trauer, als zu gehen in das Haus des Mahls, weil jenes das Ende aller Menschen ist, so wird der Lebende es sich zu Herzen nehmen. Pred. 7,2.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Erfreuen der Brautleute<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">13. Wir sollen nicht nur mit den Betr\u00fcbten weinen, sondern auch bestrebt sein, unseren Mitmenschen Freude zu bereiten, und mit den Fr\u00f6hlichen uns freuen. In der Eheschlie\u00dfunbg erreicht der Mensch das h\u00f6chste Ziel seines berechtigten irdischen Strebens und zugleich die wichtigste Bedingung seines ewigen Heils. Darum gilt der Hochzeitstag als der gr\u00f6\u00dfte Freudentag des Daseins. Es gilt darum als frommes Werk (Mitzwa), jungen Leuten, besonders armen, zu einer f\u00fcr sie geeigneten Eheverbindung uneigenn\u00fctzig zu verhelfen und Brautleute am Hochzeitstag zu erfreuen. Auch die Teilnahme an anderen freudigen Familenereignissen ( ) wird als frommes Werk empfohlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.Nach den Vorschriften der Tora sollen wir unserem Nebenmen\u00adschen nicht blo\u00df mit unserem Verm\u00f6gen, sondern auch durch unsere pers\u00f6nliche T\u00e4tigkeit unsere Liebe erweisen. 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