{"id":398,"date":"2020-03-27T16:41:07","date_gmt":"2020-03-27T15:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=398"},"modified":"2021-06-06T15:21:08","modified_gmt":"2021-06-06T13:21:08","slug":"die-verbote-des-diebstahls-gebot-der-rueckerstattung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=398","title":{"rendered":"Die Verbote des Diebstahls Gebot der R\u00fcckerstattung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Das, was ein Mensch rechtm\u00e4\u00dfig in seiner Gewalt hat, oder worauf er, wenn es sich auch nicht in seiner Gewalt befindet, rechtm\u00e4\u00dfige Anspr\u00fcche hat, \u2011 das nennen wir sein Eigentum. Da alle Erdeng\u00fcter durch g\u00f6ttliche F\u00fcgung ihren Eigent\u00fcmern zugeteilt sind, so ist das Eigentum eine g\u00f6ttliche Einrichtung und jeder unrechtm\u00e4\u00dfige Eingriff in dasselbe ein Abweichen von Gottes Wegen, eine St\u00f6rung der von Gott gef\u00fcgten Weltordnung, eine Emp\u00f6rung gegen die g\u00f6ttliche Weltregierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darum bezeichnet die Tora jede unrechtm\u00e4\u00dfige Aneignung fremden Gutes als eine an Gott begangene Veruntreuung (3. Mos. 5,21) und verbietet sowohl die heimliche Entwendung (Diebstahl Genewa) als die offene Wegnah\u00adme fremden Besitztums durch Gewalt oder List (Beraubung Gesela). Auch die Aneignung des von einem anderen Verlorenen ( ) f\u00e4llt unter den Begriff des Diebstahls.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die Tora gestattet in bezug auf die Person des Eigent\u00fcmers keinen Unterschied; ob der, dessen Eigentum wir unrechtm\u00e4\u00dfig an uns bringen, unser Verwandter, Bruder, Vater ist oder der uns am fernsten stehende wilde G\u00f6tzendiener, ob Erwachsener oder Kind, in jedem Falle \u00fcbertreten wir ein Gebot Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Auch der Wert des unrechtm\u00e4\u00dfig Angeeigneten ist gleichg\u00fcltig; mag er noch so gering und unbedeutend sein, die unrechtm\u00e4\u00dfige Aneignung ist verboten. Wer einen Pfennig oder eines Pfennigs Wert unrechtm\u00e4\u00dfig sich aneignet, \u00fcbertritt ebenso gut das Verbot: Ihr sollt nicht stehlen, wie der, der eine Million entwendet. Ein Strohhalm ist wertlos f\u00fcr den Besitzer eines gro\u00dfen Garbenhau\u00adfens; dennoch darfst du den Strohhalm nicht nehmen; denn wollte das jeder sich erlauben, so w\u00e4ren bald keine Garben mehr da.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Auch im Scherze, um den Eigent\u00fcmer zeitweilig in Verlegenheit zu bringen, oder in der Absicht, das Entwendete reichlich wieder zu ersetzen ist die Aneignung fremden Eigentums verboten. Ebenso ist es untersagt, Gegenst\u00e4nde fremden Besitzes ohne Mitwissen oder Erlaubnis des Eigent\u00fcmers auch nur vor\u00fcbergehend zu benut\u00adzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Es ist verboten, zur Aneignung fremden Gutes durch Hehlerei, Ankauf des Entwendeten u.dgl. irgend welche Beihilfe zu leisten. Von Kindern ohne Mitwissen der Eltern oder Vorm\u00fcnder, sowie von Personen, die den Verdacht zulassen, sich etwas unrechtm\u00e4\u00dfig anzueignen, darf man \u00fcberhaupt gar nichts kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Von unrechtm\u00e4\u00dfig angeeigneten Gut darf auch ein dritter kei\u00adnerlei Vorteil oder Nutznie\u00dfung ziehen, z.B. auf einem gestohle\u00adnen Tier nicht reiten, gestohlene Nahrungsmittel nicht essen u.s.f. Den Segenspruch (Bracha) \u00fcber solche Nahrungsmittel be\u00adzeichnen unsere Weisen s.A. als Gottesl\u00e4sterung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Die Tora gebietet, alles unrechtm\u00e4\u00dfig erlangte Gut dem Eigen\u00adt\u00fcmer zur\u00fcckzuerstatten, die etwaige Ben\u00fctzung zu bezahlen und f\u00fcr Abn\u00fctzung und andere Verluste, die er durch die zeitweilige Entwendung erlitten, Ersatz zu leisten. Diese R\u00fcckerstattung ist die Hauptbedingung der Vers\u00f6hnung Gottes; ohne sie hilft keine Bu\u00dfe, kein Gebet, kein Almosen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr sollt nicht stehlen, und ihr sollt nicht leugnen, und ihr sollt nicht l\u00fcgen einer wider den andern. 3. Mos. 19. 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du sollst deinem N\u00e4chsten nicht vorenthalten und keine Beraubung \u00fcben. 3. Mos. 19. 13.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer mit dem Diebe teilt, hasset seine Seele; er h\u00f6rt den Eidfluch und darf nichts sagen. Spr.Sal. 29. 24.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn eine Person sich vers\u00fcndigt und begeht eine Untreue gegen Gott: er leugnet seinem N\u00e4chsten ein anvertrautes Gut, ein Darle\u00adhen oder einen Raub ab, oder er hat seinem N\u00e4chsten etwas vorent\u00adhalten, oder hat Verlorenes gefunden und es abgeleugnet und hat die L\u00fcge beschworen, in Beziehung auf irgnd etwas von allem, was der Mensch tut, um sich darin zu vers\u00fcndigen: so sei es, wenn er sich des Vergehens schuldig und schuldbelastet wei\u00df, so soll er den Raub, den er geraubt, zur\u00fcckgeben; oder das, was er vorent\u00adhalten, oder das anvertraute Gut, das ihm zur Verwahrung gegeben war, oder das Verlorene, das er gefunden. 3.Mos. 5. 21\u201123.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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