{"id":402,"date":"2020-03-27T16:43:36","date_gmt":"2020-03-27T15:43:36","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=402"},"modified":"2021-11-09T14:01:36","modified_gmt":"2021-11-09T13:01:36","slug":"verschiedene-vorschriften-zur-foerderung-der-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=402","title":{"rendered":"Verschiedene Vorschriften zur F\u00f6rderung der Liebe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die schwere Vorschrift, erlittenes Unrecht zu vergessen, werden wir um so leichter erf\u00fcllen k\u00f6nnen, wenn wir die in dem Torawort begr\u00fcndete Vorschrift unserer Weisen s.A. befolgen: Beurteile jeden Menschen von der besseren Seite! Dieselbe fordert von uns, auch dann, wenn wir Unrechtes von unserem&nbsp; Nebenmenschen gesehen oder durch glaubw\u00fcrdige Zeugen geh\u00f6rt haben, noch immer einen Entschuldigungsgrund f\u00fcr seine Tat oder deren Absicht zu suchen, bis wir die volle \u00dcberzeugung gewonnen haben, dass er die schlechte Tat aus schlechten Beweggr\u00fcnden getan hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Es ist verboten, gegen einen Menschen, von dem wir bisher nichts B\u00f6ses wu\u00dften, den Verdacht s\u00fcndhafter Handlungen zu hegen, und wir sind verpflichtet, dem Verd\u00e4chtigen, wenn er von unserem falschen Verdacht geh\u00f6rt hat, Abbitte zu leisten. \u2011 Doch ist auch jeder schuldig, seine Handlungen so einzurichten, dass sie nicht Anla\u00df zu falschem Verdachte geben; wir m\u00fcssen bestrebt sein, wie vor Gott, so auch vor Menschen gerecht zu erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Friede und Eintracht sind hohe, heilbringede G\u00fcter f\u00fcr die Menschheit, die sch\u00f6nsten Bl\u00fcten der Liebe. Darum wird uns in den heiligen Schriften und in den Worten unserer Weisen s. A. viel\u00adfach geboten, den Frieden zu erstreben und herzustellen, wo es immer ohne Verletzung der Gebote Gottes m\u00f6glich ist. Unsere Weisen und Gesetzeslehrer s.A. lehren, dass es nicht nur verboten ist, Streit zu stiften, sondern auch darin zu verharren, ja auch nur denen zu antworten, die mit uns Zank und Streit suchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Das Gebot der N\u00e4chstenliebe verbindet uns mit allen Menschen au\u00dfer unseren Verwandten gleichm\u00e4\u00dfig; wir m\u00fcssen jeden Menschen als Menschen lieben, wenn auch seine Eigent\u00fcmlichkeit als Einzelwesen mit der unsrigen nicht \u00fcbereinstimmt. Wir sollen aber bestrebt sein, mit guten und edlen Menschen das engere B\u00fcndnis der Freundschaft zu schlie\u00dfen, damit diese uns offenher\u00adzig vom B\u00f6sen abraten, zum Guten ermuntern und gemeinschaftlich mit uns gute Werke ausf\u00fchren, die einzelnen unm\u00f6glich sind. Die Freundschaft einzelner wirkt auch f\u00f6rdernd auf die allgemeine Menschenliebe, indem sie zeigt, wie eng die Menschheit miteinan\u00adder verbunden sein k\u00f6nnte, wenn jeder seinen Wandel so einrichten w\u00fcrde, dass jeder Gute in ihm einen Freund f\u00e4nde (David und Jona\u00adtan). \u2011 Engere Frendschaftsb\u00fcndnisse mit schlechten, s\u00fcndhaften Menschen sind verderblich und darum verboten. \u2011 Wir sollen unseren Freunden in Leid und Freud Treue bewahren und d\u00fcrfen die von ihnen uns anvertrauten Geheimnisse auch dann nicht verraten, wenn die Freundschaft sich aufgel\u00f6st haben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Wenn auch nicht in allgemeinen Worten, so gebietet uns die Tora doch in einem Beispiel die Dankbarkeit. Wir sollen die \u00c4gypter nicht verabscheuen, weil wir Fremdlinge in ihrem Land gewesen sind. (5. Mose 23,8). Wenn wir verpflichtet sind, den \u00c4gyptern, die uns so viel B\u00f6ses getan haben, f\u00fcr ihre Gastfreund\u00adschaft dankbar zu sein, wie viel mehr sind wir schuldig, gegen jeden anderen Wohlt\u00e4ter uns dankbar zu erweisen. \u2011 Die Dankbar\u00adkeit besteht darin, dass wir empfangene Wohltaten als solche gerne anerkennen, ihrer stets eingedenk bleiben und unserem Wohlt\u00e4ter und seinen Nachkommen ebenfalls nach Kr\u00e4ften Gutes erweisen. \u2011 Die Undankbarkeit ist ein sch\u00e4ndliches, von Gott vielfach geta\u00addeltes Laster. Auch gute Menschen verlieren die Neigung zum Wohltun, wenn ihnen mit Undank vergolten wird. Wer gegen Menschen undankbar ist, wird leicht auch Gottes Wohltaten vergessen. Die Undankbarkeit widerspricht der Pflicht des Wandelns in den Wegen Gottes, der von sich spricht: Ich bewahre Gnade bis ins tausend\u00adste Geschlecht denen, die mich lieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Wir sind verpflichtet, unserer Menschenliebe und Menschenach\u00adtung im Umgang mit anderen durch aufrichtige Freundlichkeit, Sanftmut und H\u00f6flichkeit Ausdruck zu geben. Wir sollen jeden Menschen freundlich empfangen, jeden, dem wir begegnen, gr\u00fc\u00dfen, ohne seinen Gru\u00df abzuwarten. Rabban Jochanan ben Sakkai, einer der gr\u00f6\u00dften M\u00e4nner unserer Vorzeit, r\u00fchmt sich, dass ihm niemals der niedrigste Mensch mit seinem Gru\u00df zuvorgekommen sei. Freund\u00adlichkeit und H\u00f6flichkeit f\u00f6rdern den Frieden und die Liebe unter den Menschen; darum haben die Weisen s.A. den Gebrauch einge\u00adf\u00fchrt, mit dem Namen Gottes zu gr\u00fc\u00dfen, obschon die Nennung eines Gottesnamens sonst streng verboten ist. (29,3) (Rut 2,4).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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