{"id":427,"date":"2020-03-27T16:50:57","date_gmt":"2020-03-27T15:50:57","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=427"},"modified":"2021-06-06T16:39:12","modified_gmt":"2021-06-06T14:39:12","slug":"zuegelung-der-zunge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=427","title":{"rendered":"Z\u00fcgelung der Zunge"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Sprich nichts Unn\u00fctzes, geschweige denn Unreines<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Das Werk unserer Heiligung ist sehr wesentlich bedingt durch die Gewalt, welche wir \u00fcber unsere Zunge haben, durch unserer \u00dcbung in der Kunst zu schweigen. Den Gedanken k\u00f6nnen wir immer noch beherrschen, unterdr\u00fccken. Das gesprochene Wort ist oft schon die halbe Tat, noch \u00f6fter eine ganze, volle s\u00fcndhafte Tat. Je leichter aber Zungens\u00fcnden sich vollziehen, desto wichtiger ist es, unsere Zunge fest im Zaume zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die F\u00e4higkeit, zu sprechen, ist die herrlichste Gottesgabe, die den Menschen ziert. Sie ist ihm zu heiligen und n\u00fctzlichen Zwecken verliehen worden. Torastudium, Gebet, Worte der Liebe und des Wohlwollens, der Ermunterung und des Trostes gegen den Neben\u00admenschen sind ihre heilige Aufgabe; die Vermittlung eines gerech\u00adten und wahrheitsgetreuen Verkehrs unter der menschlichen Gesellschaft ist der n\u00fctzliche Zweck, dem sie dienen soll. Alles wertlose Sprechen aber, welches weder dem einen noch den anderen Zwecke dient, ist, wenn der Inhalt auch nicht s\u00fcndhaft ist, weil es leicht zum S\u00fcndhaften f\u00fchrt, von unseren Weisen s.A. auf grund von Schriftstellen verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Aber auch bei der berechtigkeiten und pflichtm\u00e4\u00dfigen Rede verbieten unsere Weisen s.A., Bezeichnungen f\u00fcr h\u00e4\u00dfliche und niedrige Dinge auszusprechen, und gebieten uns, solche zu um\u00adschreiben, und uns stets einer anst\u00e4ndigen Ausdrucksweise zu bedienen, wie denn die hebr\u00e4ische Sprache unter anderen Gr\u00fcnden auch darum die heilige genannt wird, weil ihr Bezeichnungen f\u00fcr h\u00e4\u00dfliche Dinge (&nbsp; ) fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Ganz besonders hindernd stehen unserer Heiligung entgegen alle zweideutigen, schl\u00fcpfrigen und unz\u00fcchtigen Reden, welche Dinge, \u00fcber welche man nicht denkeen, die man nicht mit Augen ansehen\u00adkann, ohne zu err\u00f6ten, in Worte kleiden und schamlos aussprechen. Solche Reden werden von unseren Weisen s.A. als eine der schwer\u00adsten S\u00fcnden bezeichnet, welche zeitliches und ewiges Elend \u00fcber die bringen, welche sie begehen. (&nbsp; ).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei vielen Worten fehlt es nicht an S\u00fcnden; wer aber seine Lippen z\u00fcgelt, handelt weise. Spr. Sal. 10,19.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer seinen Mund un seine Zunge bewacht, bewahrt seine Seele vor Leid. Spr. Sal. 21, 23.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leben und Tod ist in der Gewalt der Zunge, wer sie pflegt, ge\u00adnie\u00dft ihre Frucht. Spr. Sal. 18,21.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mund des Toren ist sein Verderben, und seine Lippen eine Schlinge f\u00fcr seine Seele. Spr. Sal. 18, 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sei nicht vorschnell mit deinem&nbsp; Munde und dein Herz eile nicht, ein Wort auszusprechen vor Gott; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum la\u00df deine Worte wenig sein. Pred. Sal. 5,1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Vermeide Gel\u00fcbde, aber halte sie heilig<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Wir m\u00fcssen um so mehr unsere Zunge bewachen, dass sie nicht vorschnell Worte spreche, da die Tora von uns die Heilighaltung des gesprochenen Wortes fordert. Dass wir jedes Versprechen, durch welches wir irgend einem unserer Nebenmenschen einen Anspruch an uns einger\u00e4umt haben, unverbr\u00fcchlich erf\u00fcllen m\u00fcssen, ist bereits (86,11) gesagt worden. Dieselbe Heilighaltung fordert aber die Tora von uns auch f\u00fcr solche Gel\u00fcbde, die wir Gott oder uns selbst gegen\u00fcber ausgesprochen haben, ohne uns irgend einem Menschen zu verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Die Tora unterscheidet zwei Arten solcher Gel\u00fcbde (und von diesen ist hier die Rede):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Entsagungsgel\u00fcbde ( ), d.h. solche, durch welche jemand sich selbst etwas Erlaubtes versagt, und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Versprechungsgel\u00fcbde ( ), d.h. solche, durch welche jemand gelobt, irgend ein&nbsp; gutes Werk, wozu er anderweitig nicht ver\u00adpflichtet w\u00e4re, auszu\u00fcben. Von beiden Arten verbietet die Tora, unser Wort durch Unerf\u00fclltlassen des Gel\u00fcbdes zu entweihen und gebietet, alles, was \u00fcber unsere Lippen gegangen ist, treulich zu erf\u00fcllen; von den Versprechungsgel\u00fcbden verbietet sie au\u00dferdem, das Versprochene \u00fcber die festgesetzte Frist hinaus, oder wenn eine solche nicht bestimmt ist, \u00fcberhaupt zu verschieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Da das leicht erregbare weibliche Geschlecht sich sehr leicht zu Versprechungen und Entsagungen hinrei\u00dfen l\u00e4\u00dft, die bei seiner Abh\u00e4ngigkeit vom Mann oft schwer zu erf\u00fcllen sind, so gestattet die Tora dem Vater, die Erf\u00fcllung aller Gel\u00fcbde seiner noch nicht 12 1\/2 Jahre alten Tochter zu verwehren; dasselbe gestattet die Tora dem Ehegatten in bezug auf alle Entsagungsgel\u00fcbde seiner Gattin (&nbsp; ). Aber der Vater sowohl als der Gatte mu\u00df dieses sein Verwehrungsrecht noch vor Einbruch der Nacht desjenigen Tages aus\u00fcben, an welchem er Kunde vvon dem Gel\u00fcbde erhalten hat. Der Verwehrerungausdruck f\u00fcr Vater und Gatte lautet: ( ), es ist dir zerst\u00f6rt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Da wir mit jedem Gel\u00fcbde uns der Gefahr aussetzen, das Gelobte nicht zu erf\u00fcllen, so sollen wir \u00fcberhaupt nicht geloben, sondern das von uns als gut Erkannte tun, ohne uns vorher durch ein Gel\u00fcbde zu binden. Darum bezeichnen unsere Weisen das Gel\u00fcbde als eine S\u00fcnde, und die Tora gebietet, dass wir namentlich Entsagungsgel\u00fcbde nicht auf uns lasten lassen, sondern suchen sollen, auf die von der Tora hierf\u00fcr vorgeschriebene Weise davon entbunden zu werden. ( ).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. Die Vorschriften der Tora \u00fcber die Entbindung von Gel\u00fcbden sind folgende: Wer ein&nbsp; Entsagungsgel\u00fcbde getan hat und dasselbe bereut, soll, wenn die Zeit zu dessen Erf\u00fcllung gekommen ist, vor ein Kollegium von drei M\u00e4nnern treten, welche die einschl\u00e4gigen Toravorschriften kennen, und sie um L\u00f6sung seines Gel\u00fcbdes bit\u00adten. Dieselben sollen das Gel\u00fcbde pr\u00fcfen, und wenn es \u00fcberhaupt l\u00f6sbar ist, sollen sie ihm nachweisen, dass es besser gewesen w\u00e4re, gar nicht gelobt zu haben. Hat er diese \u00dcberzeugung gewon\u00adnen und erkl\u00e4rt, dass er aufrichtig bereue, das Gel\u00fcbde getan zu haben, dann sprechen sie dreimal&nbsp; (&nbsp; ), es soll dir erlassen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10. Es sind nicht alle Gel\u00fcbde l\u00f6sbar. Au\u00dfer solchen Gel\u00fcbden, die eine Verpflichtung gegen irgend einen Menschen enthalten, sollen auch jene Gel\u00fcbde nicht gel\u00f6st werden, welche sich jemand auferlegt hat, um einer Leidenschaft, einer s\u00fcndhaften Gewohnheit Schranken zu setzen. H\u00e4tte z.B. ein leidenschaftlicher Spieler gelobt, nie mehr Karten oder W\u00fcrfel zu ber\u00fchren, so d\u00fcrfte ihm dieses (wie jedes \u00e4hnliche) Gel\u00fcbde nicht gel\u00f6st werden. Verspre\u00adchungsgel\u00fcbde, z.B. Armenspende zu geben, diesen oder jenen Abschnitt der Tora zu studieren u. dgl., ist jeder, so lange es immerhin m\u00f6glich ist, zu erf\u00fcllen verpflichtet; darum sollen derartige Gel\u00fcbde nur im dringendsten Notfall gel\u00f6st werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11. Wer, um sich zu \u00fcben oder eine Schranke zu setzen, auch nur einmal sich etwas Erlaubtes versagte und dabei sich vornahm, es immer so zu halten, dem gilt dieser nicht ausgesprochene Ent\u00adschlu\u00df als Gel\u00fcbde. Wer eine solche Entsagung dreimal ge\u00fcbt hat, dem gilt diese \u00dcbung als Gel\u00fcbde, wenn er auch vorher nicht daran gedacht hat, das immer zu tun (z.B. wer drei Jahre nacheinander einen der freiwilligen Fasttage gefastet hat). Darum soll jeder, der derartiges tut, voraus die Erkl\u00e4rung aussprechen, dass er es nicht als Gel\u00fcbde&nbsp; auf sich nehme. (&nbsp; ). Wenn ein Mann Gott ein Gel\u00fcbde tut oder einen Eid schw\u00f6rt, um seinem Willen eine Fessel anzulegen, so darf er sein Wort nicht kraftlos lassen; alles, was von seinem Munde ge\u00e4u\u00dfert worden, mu\u00df er tun. 4. Mos. 30,3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Frau aber, wenn sie Gott ein Gel\u00fcbde tut, oder (sich durch) eine Fessel bindet im Hause ihres Vaters in der Jugend&#8230; und wenn ihr Vater an dem Tage, da er es h\u00f6rte, sie gehindert hat, so soll nichts an ihren Gel\u00fcbden und an ihren Fesseln, womit sie ihren Willen gebunden, Bestand haben; Gott wird ihr verzeihen, denn ihr Vater hat sie gehindert. 4. Mos. 30, 4.6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sie eines Mannes wird und hat Gel\u00fcbde auf sich oder einen Ausspruch ihrer Lippen, durch den sie ihren Willen gebunden&#8230;. oder wenn sie im Hause ihres Mannes ein Gel\u00fcbde getan ode ihren Willen durch eine Fessel eidlich gebunden hat, und ihr Mann hat es geh\u00f6rt und hat ihr geschwiegen, hat sie nicht gehindert, so haben alle ihre Gel\u00fcbde Bestand und jede Fessel, durch die sie ihren Willen gebunden, hat Bestand. Wenn aber ihr Mann dieselben st\u00f6rt am Tage, da er sie geh\u00f6rt hat, so soll jede \u00c4u\u00dferung&nbsp; ihrer Lippen in Beziehung auf ihre Gel\u00fcbde und ihre Willensfesselung keinen Bestand haben; ihr Mann hat sie gest\u00f6rt und Gott wird ihr verzeihen. Jedes Gel\u00fcbde und jeden fesselnden Eid zur Selbstver\u00adk\u00fcmmerung: ihr Mann kann&#8217;s bestehen lassen, und ihr Mann kann&#8217;s st\u00f6ren. 4. Mos. 30, 7. 11\u201114.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn du Gott, deinem Gott, ein Gel\u00fcbde gelobst, verschiebe nicht, es zu erf\u00fcllen; denn einfordern wird es Gott, dein Gott, von dir, und an dir w\u00fcrde Vers\u00fcndigung haften. Wenn du aber unterl\u00e4ssest, Gel\u00fcbde zu tun, so wird keine Vers\u00fcndigung an dir sein. Was aber deine Lipppen ge\u00e4u\u00dfert, das mu\u00dft du h\u00fcten und erf\u00fcllen, wie du Gott, deinem Gotte, eine Weihung gelobt hast, was du mit deinem Munde ausgesprochen hast. 5. Mos. 23, 22\u201124.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a. Sprich nichts Unn\u00fctzes, geschweige denn Unreines 1. 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