{"id":429,"date":"2020-03-27T16:51:22","date_gmt":"2020-03-27T15:51:22","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=429"},"modified":"2021-06-06T16:39:30","modified_gmt":"2021-06-06T14:39:30","slug":"bewachung-der-sinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=429","title":{"rendered":"Bewachung der Sinne"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Aus dem vorangehenden Abschnitt erkennen wir, dass es f\u00fcr den Zweck unserer Heiligung keineswegs gen\u00fcgt, wenn wir unseren Leib nach Toravorschriften erhalten, pflegen, n\u00e4hren und der s\u00fcndhaften Tat uns enthalten. Die Tora fordert auch, fordert ganz besonders, die L\u00e4uterung und Heiligung unseres Innern, unseres Denkens, F\u00fchlens und Wollens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. An der Grenzscheide zwischen Leib und Geist stehen die Sinne, stehen insbesondere die Augen, als die Wege, durch welche die Aussenwelt in unseren Geist einzieht. Dass wir diese Wege sorgf\u00e4ltig bewachen, damit kein Bild in unsere Seele gelange, das zur S\u00fcnde lockt \u2011 das ist der Anfang unserer inneren Heiligung. Die erste S\u00fcnde begann damit, dass Eva den Baum mit den verbotenen Fr\u00fcchten anschaute; der Fluch des Vaters traf Cham, weil er seine Augen nicht beherrschte; Schem und Japhet erhielten den Segen, weil sie ihre Augen z\u00fcgelten; darum spricht die Tora: Kundschaf\u00adtet nicht nach euren Herzen und nach euren Augen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Nach der \u00dcberlieferung unserer Weisen s.A. verbieten uns diese Wort, den eigenen oder eines anderen unverh\u00fcllten K\u00f6prer, noch sonst irgend etwas anzuschauen, was niedrige oder gar s\u00fcndhafte Gedanken in uns erwecken k\u00f6nnte.\u2011 Die Kunst wird leider oft mi\u00dfbraucht, in Bildern oder Schauspielen Dinge darzustellen, die darauf berechnet sind, die Einbildungskraft aufzuregen und s\u00fcnd\u00adhafte W\u00fcnsche zu wecken. Der Anblick solcher Darstelllungen ist der Reinheit unseres Herzens h\u00f6chst gef\u00e4hrlich, darum ist auch er uns verboten. \u2011 Aber nicht blo\u00df das Niedrige, auch das Sch\u00f6ne kann uns gef\u00e4hrlich werden, wenn sein Besitz uns verboten ist; darum d\u00fcrfen wir nicht durch dessen Anblick den Wunsch danach in uns erwecken. Wr seine Augen bewacht, bewacht sein Herz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Die Tora nennt (2. Mos. 10,15) auch das H\u00f6ren ein Sehen, und das Ohr ist ein zweiter Weg, durch welchen die S\u00fcnde in unsere Seele einziehen kann. Darum ist uns das Anh\u00f6ren der Unterhaltung roher Menschen, das Anh\u00f6ren s\u00fcndhafter oder zur S\u00fcnde reizender Worte und Ges\u00e4nge nicht minder verboten, als der Anblick s\u00fcndhafter Darstellung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Das Lesen ist ein H\u00f6ren vermittels der Augen. am besten ist es, die Schriften der Tora zu lesen und solche, die darauf Bezug haben. Wollen wir zur Erholung anderes lesen, so sollen wir nur solche B\u00fccher w\u00e4hlen, die uns mit n\u00fctzlichen Kenntnissen berei\u00adchern. Unter den B\u00fcchern aber, die zur Unterhaltung, zur Vertrei\u00adbung der ohnehin fl\u00fcchtigen Zeit geschrieben sind, gibt es gar viele, die geeignet sind, s\u00fcndhafte W\u00fcnsche in uns hervorzurufen; es ist veboten, solche zu lesen, weshalb wir bei der Wahl dessen, was wir lesen, zur gr\u00f6\u00dften Vorsicht verpflichtet sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wende meine Augen ab vom Anblick des Eiteln, auf deinen Wegen la\u00df mich Leben finden. Ps. 119,37.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Bund habe ich errichtet meinen Augen; warum sollt ich auf Jungfrauen achten. Ijob 31,1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grab und H\u00f6lle werden nimmer satt, so auch die Augen des Menschen werden nimmer satt. Spr. Sal. 27,20.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sein Ohr verstopft, dass es nicht Blutschuld anh\u00f6re, wer seine Augen schlie\u00dft, dass sie nichts B\u00f6ses anschauen, der wohnt auf H\u00f6hen, Felsenburgen sind sein Schutz. Jes. 33, 15.16<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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