{"id":440,"date":"2020-03-27T16:55:36","date_gmt":"2020-03-27T15:55:36","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=440"},"modified":"2021-06-06T16:12:01","modified_gmt":"2021-06-06T14:12:01","slug":"speisevorschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=440","title":{"rendered":"Speisevorschriften"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Wir kennen den wunderbaren Zusammenhang zwischen unserem Leibe und unserer Seele nicht; wir wissen aber nicht nur, dass der Leib das Werkzeug ist, durch welches die Seele nach au\u00dfen wirkt, sondern auch, dass die Beschaffenheit des Leibes auch auf die Vorg\u00e4nge in der Seele Einflu\u00df \u00fcbt, wie denn z.B. bei gewissen Krankheiten des Leibes die Seelent\u00e4tigkeit eine Richtung annimmt, welche sie vor der Erkrankung nicht hatte und nach der Heilung nicht mehr hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Da nun die Beschaffenheit des Leibes sehr wesentlich von den Nahrungsmitteln abh\u00e4ngt, durch welche er erhalten wird und sich fortw\u00e4hrend neu aufbaut, so k\u00f6nnen wir wohl sagen, dass die Nah\u00adrungsmittel auch mittelbar auf die Seelent\u00e4tigkeit einwirken. Bei einzelnen Genu\u00dfgegenst\u00e4nden, wie z.B. den berauschenden Getr\u00e4nken, kennt auch der Einf\u00e4ltigste diese Einwirkung; von den meisten kennen wir sie nicht, aber der allwissende Sch\u00f6pfer aller Dinge kennt sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Darum bezieht sich ein gro\u00dfer Teil der Vorschriften der Tora auf den Nahrungsgenu\u00df. Im allgemeinen ist Schlemmerei und V\u00f6llerei verp\u00f6nt. Unsere Weisen s.A. lehren: Der Mensch esse oder trinke nie, ohne dass er hungrig oder durstig ist, sei kein Vielesser, genie\u00dfe nur der Gesundheit zutr\u00e4gliche Speisen, davon aber nicht im \u00dcberma\u00df, trachte nicht, sich zu \u00fcberf\u00fcllen und halte es nicht mit denen, die da sprechen: Lasset uns essen und trinken, denn morgen k\u00f6nnten wir sterben. \u2011 Das wenige, was jeder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">zum Leben n\u00f6tig hat, genie\u00dfe er bei seiner Familie am eigenen Tisch und speise nicht ohne h\u00f6chste Not in Gasth\u00e4usern. Wein trinke er nur, wenn es seine Verdauung erfordert; wer sich berauscht, ist ein S\u00fcnder, macht sich ver\u00e4chtlich und schadet seinen Geistesanlagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Doch beziehen sich die Vorschriften der Tora \u00fcber den Nah\u00adrungsgenu\u00df haupts\u00e4chlich auf die Stoffe, die uns zum Genusse verboten sind Diese Vorschriften geh\u00f6ren in die Klasse der ( ); denn der letzte Grund und die Art, warum und wie die in den n\u00e4chstfolgenden Abschnitten aufgez\u00e4hlten verbotenen Stoffe nachteilig auf die Seele wirken, ist nur Gott, dem Sch\u00f6pfer und Gesetzgeber bekannt. Dass sie aber nachteilig wirken, das hat er uns in der Tora deutlich geoffenbart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Die Tora sagt uns n\u00e4mlich: Die uns zum Genusse verbotenen Speisen erzeugen in uns Verabscheuungsw\u00fcrdigkeit ( ), d.h. sie schw\u00e4chen die Widerstandskraft unseres Willens gegen die Macht der Sinnlichkeit derart, dass wir dieser zuletzt einsichtslos und kampfunf\u00e4hig ( ) verfallen; dagegen f\u00f6rdert die Enthaltung von diesen Speisen unser Streben nach Heiligung und f\u00fchrt uns zu jenem Grad von Heiligkeit (Keduscha), um deretwillen uns Gott aus dem Pfuhl der Lasterhaftigkeit, aus \u00c4gypten, gef\u00fchrt, dass wir ihm ein Reich von Priestern, ein heilig Volk w\u00fcrden. (Hirsch zu 3. Mos. 11, 43 und 44).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gerechte isset zu seiner S\u00e4ttigung, der Bauch der Frevler hat nimmer genug. Spr. Sal. 13,25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6re du, mein Sohn, und sei weise und lenke gerade auf den rech\u00adten Weg dein Herz. Sei nicht bei den Weins\u00e4ufern, bei denen, die sich im \u00dcberma\u00dfe mit Fleisch anessen. Spr. Sal. 23, 19.20.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wehe denen, die morgens fr\u00fch aufstehen, Berauschendem nachzujagen, die abends sp\u00e4t noch weilen, dass der Wein sie durchgl\u00fche. Da ist Zither und Harfe, Pauke und Fl\u00f6te bei ihren Gelagen, aber auf das Wirken Gottes blicken sie nicht, und seiner H\u00e4nde Werk sehen sie nicht. Jes. 5, 11.12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Machet eure Seele nicht zum Abscheu durch alles Kriechtier, das kriecht, macht euch durch sie nicht unrein, ihr w\u00fcrdet durch sie v\u00f6llig untergehen. Denn ich bin Gott, euer Gott, darum heiligt euch, so werdet ihr heilig werden, denn ich bin heilig, und machet eure Seelen nicht unrein durch alles Kriechtier, das auf der Erde schreitet. Denn ich, Gott, bin es, der euch aud dem Lande \u00c4gypten emporgef\u00fchrt, euch Gott zu sein: so seiet den heilig, denn heilig bin ich. 3. Mos. 11, 43\u201145.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zum Genusse verbotenen Tiergattungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. S\u00e4ugetiere<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Von den S\u00e4ugetieren sind uns nur diejenigen zum Genu\u00df erlaubt, welche 1. wiederkauen und 2. ganz durchgespaltene Hufe haben, alle anderen sind uns verboten. Haben sie nur eines dieser Merkmale, wie das Schwein, das zwar gespaltene Hufe hat, aber nicht wiederkaut, oder das Kamel, das wiederkaut, aber keine ganz durchgespaltenen Hufe hat, so sind sie verboten. (3. Mos. 11, 2\u20118; 5. Mos. 14, 3\u20118).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. V\u00f6gel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Von den uns zum Genu\u00df erlaubten V\u00f6geln hat uns die Tora keine Merkmale angegeben, sondern nur 24 Gattungen als verboten aufge\u00adz\u00e4hlt; alle \u00fcbrigen sind uns zum Genu\u00df erlaubt. Da wir jedoch die Gattungen, welche mit den in der Tora genannten Namen bezeichnet werden, nicht kennen, so d\u00fcrfen wir nur solche V\u00f6gel genie\u00dfen, von welchen im Ort die allgemein bekannte, vollkommen zuverl\u00e4ssi\u00adge \u00dcberlieferung besteht, dass sie genossen werden d\u00fcrfen; alle \u00fcbrigen sind verboten. Nimmt jedoch ein Vogel seine Nahrung nach Art der Raubv\u00f6gel ein, so ist er verboten, selbst wenn eine vorhandene \u00dcberlieferung ihn als erlaubt erkl\u00e4rt. Die \u00dcberliefe\u00adrung ist in diesem Falle irrig. (3.Mos. 11, 13\u201119; 5.Mos. 14, 11\u201118).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. Fische<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Von den Wassertieren und Fischen sind uns nur diejenigen zum Genu\u00df erlaubt, welche Flossen und Schuppen haben; alle anderen sind uns verboten. Die Schuppen m\u00fcssen jedoch mit der Hand oder einem Messer von der Haut absch\u00e4lbar sein; ist das nicht der Fall, so ist der Fisch verboten. (3. Mos. 11, 9\u201112; 5. Mos. 14, 9.10).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d. Amphibien, Insekten, W\u00fcrmer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Alle Amphibien, Insekten und W\u00fcrmer sind im allgemeinen verbo\u00adten. Die von der Tora erlaubten, bei uns ohnehin nicht vorkommen\u00adden Heuschreckenarten sind uns darum verboten, weil wir, wie bei den V\u00f6geln, die Arten nicht kennen, welche durch die in der Tora genannten Namen bezeichnet werden. Einige, teilweise schwer festzustellende (erlaubte) Ausnahmen von der Allgemeinheit dieses Verbotes k\u00f6nnen um so mehr unerw\u00e4hnt bleiben, da dieselben aus einem andern Grund, n\u00e4mlich als ekelerregend und darum gesund\u00adheitsgef\u00e4hrlich, vielfach als verboten betrachtet werden d\u00fcrften. (3. Mos. 11, 10\u2011. 20\u201123).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Das Verbot der zuletzt aufgef\u00fchrten drei Tierklassen, welche die Tora mit dem Namen ( ) oder ( ), Kriechtiere bezeichnet, ist in der Tora durch mehrfache Wiederholung eingesch\u00e4rft. Deshalb, und weil diese Tierchen wegen ihrer Winzigkeit leicht unserer Beachtung entgehen, m\u00fcssen wir wegen ihres Genusses mit andern Speisen besonders auf unserer Hut sein. Es ist darum folgendes wohl zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Alle Fr\u00fcchte, von welchen man wei\u00df oder vermuten kann, dass in ihnen, bevor sie gepfl\u00fcckt werden, W\u00fcrmer entstehen, wie Kir\u00adschen, Pflaumen, Zwetschen, Erbsen u.dgl., m\u00fcssen, und zwar jede Frucht einzeln, untersucht werden, und sind die Fr\u00fcchte, worin sich W\u00fcrmer befinden, zum Genusse verboten, wenn diese nicht wie bei \u00c4pfeln und Birnen entfernt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. auch Kr\u00e4uter, wie Salat, Kohl u.\u00e4., an und zwischen deren Bl\u00e4ttern sich W\u00fcrmer, Raupen u.dgl. zu befinden pflegen, m\u00fcssen untersucht und von den Kriechtieren gr\u00fcndlich ges\u00e4ubert wrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c. alle Genu\u00dfgegenst\u00e4nde, an welchen Milben vorkommen k\u00f6nnen, wie z.B. getrocknete Fr\u00fcchte, Reis, Hirse, Graupen u.dgl., m\u00fcssen untersucht werden, und sind, wenn Milben daran gefunden werden, zum Genu\u00df verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. alles, was von verbotenen Tieren herr\u00fchrt, z.B. Milch, Eier, Rogen und Milcher von Fischen, ist ebenfalls verboten. Wir d\u00fcrfen darum keine Milch genie\u00dfen, von welcher nicht ein Israelit durch Augenschein die Gewi\u00dfheit erlangt hat, dass sie von erlaubten Tieren gewonnen wurde und ihr keine von verbotenen Tieren beigemischt worden ist. Butter, von welcher man mit Bestimmtheit wei\u00df, dass sie nur aus Milch bereitet wurde, ist ohne diese Vorsicht erlaubt, weil die Milch der verbotenen Tiere zu solcher nicht vewendet werden kann. (Jedoch ist zu beachten, dass heute Butter sehr h\u00e4ufgi mit unerlaubten Stoffen vermischt wird.) \u2011 Ebenso d\u00fcrfen wir keine Eier genie\u00dfen, welche wir nicht als von erlaubten V\u00f6gel herr\u00fchrend kennen. \u2011 Vor den im Handel vorkommenden Pr\u00e4paraten aus Rogen und Milcher von Fischen ist zu warnen. \u2011 Bienenhonig ist erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses ist die Lehre \u00fcber das Vieh und das Gefl\u00fcgel und jedes lebende Wesen, das sich im Wasser bewegt, und jedes Wesen, das auf der Erde kriecht, zu unterscheiden zwischen dem Unreinen und Reinen und zwischen dem Lebendigen, das gegessen wird, und dem Lebendigen, das nicht gegessen werden darf. 3.Mos. 11, 47.47.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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