{"id":447,"date":"2020-03-27T16:57:26","date_gmt":"2020-03-27T15:57:26","guid":{"rendered":"http:\/\/alefbet.z-g-a.de\/?p=447"},"modified":"2021-06-06T16:36:38","modified_gmt":"2021-06-06T14:36:38","slug":"verbotene-ehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alefbet.de\/?p=447","title":{"rendered":"Verbotene Ehen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Wie von der treuen Pflichterf\u00fcllung der Ehegatten, so h\u00e4ngt der heil und Heiligung bringende Einflu\u00df der Ehe auch davon ab, dass die Eheschlie\u00dfenden nach ihren \u00e4u\u00dferen Verh\u00e4ltnissen sowohl, als in der Neigung ihres Herzens f\u00fcr einander geignet sind. Darum ist der Entschlu\u00df, eine Ehe zu schlie\u00dfen, der wichtigste im menschlichen Leben, und niemand sollte ihn fassen, bevor er sich zu \u00fcberzeugen gesucht hat, dass seine Wohl dem heiligen Zweck entspricht, den die Tora durch die Stiftung der Ehe beabsichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;2. Nicht k\u00f6rperliche Sch\u00f6nheit, nicht Vermg\u00f6en sollen bei diesem Entschlu\u00df den Ausschlag geben, sondern wahre Fr\u00f6mmigkeit, edle Gesinnung und T\u00fcchtigkeit. \u2011 Es ist wohl nichts Unrechtes, auf das zur Gr\u00fcndung einer Familie n\u00f6tige Verm\u00f6gen auch R\u00fccksicht zu nehmen; aber Ehen, welche haupts\u00e4chlich um des Geldes willen, ohne R\u00fccksicht auf W\u00fcrdigkeit geschlossen werden, sind selten segensreich. \u2011 Eine S\u00fcnde aber ist es, eine einmal gelobte Ver\u00adbindung wegen des Verm\u00f6gens wieder aufzuheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Eheschlie\u00dfende sollen ganz besonders auf die Unbescholtenheit und Fr\u00f6mmigkeit der Familien achten, mit welchen sie sich verbin\u00adden wollen; sie sollen die Verbindung mit Familien meiden, die im Rufe der Frechheit, der Streit\u2011 und Schm\u00e4hsucht, der Lieblosigkeit und Hartherzigkeit stehen, und sich mit solchen zu verbinden suchen, in welchen die Tora gepflegt und Wohlt\u00e4tigkeit ge\u00fcbt wird, damit das neu zu gr\u00fcndende Haus eine Heimst\u00e4tte werde f\u00fcr Tora, Gottesverehrung und Wohlt\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;4. Ganz besonders ist aber darauf zu achten, dass man keine eheli\u00adche Verbindung eingehe, welche nach den Vorschriften der schriftlichen oder m\u00fcndlichen Tora veboten ist, wenn sie auch nach der b\u00fcrgerlichen Gesetzgebung erlaubt sein sollte. Es ist unm\u00f6glich, alle dieser Verbote hier aufzuz\u00e4hlen; sie betreffen ausschlie\u00dflich die Verbindung mit Verwandten und geh\u00f6ren zu den strengsten Verboten der Tora wie G\u00f6tzendienst und Mord. Es ist darum heiligste Pflicht jedes Israeliten, bevor er an eine Ver\u00adbindung mit Verwandten nur denkt, sich genau dar\u00fcber belehren zu lassen, ob diese von der Tora gestattet ist. (3. Mos. Kap. 18 und Kap. 20, 10\u201122).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Folgende Eheverbote sind noch besonders hervorzuheben:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Die Ehe mit einer Frau, welche nicht nach den Vorschriften der Tora durch den Scheidebrief (Get) von ihrem noch lebenden Mann geschieden ist, ebenso mit einer Frau, deren Mann verschwunden ist, ohne dass sein Tod nach Toravorschrift bezeugt werden kann, w\u00e4re Ehebruch und ist als solchr strengstens verboten. Die Schei\u00addung oder Toterkl\u00e4rung durch die b\u00fcrgerlichen Gerichte gen\u00fcgt nicht f\u00fcr die Wiederverehelichung dieser Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;b. Die Wiederverehelichung einer Witwe, deren verstorbener Mann keinen Nachkommen, aber einen Bruder von v\u00e4terlicher Seite hin\u00adterlassen hat, ist, wenn diese Witwe mit diesem ihrem Schwager nicht derart verwandt ist, dass nach dem j\u00fcdischen Gesetz eine Ehe zwischen ihnen nicht geschlossen werden kann, so lange verboten, bis an diesem Bruder ihres verstorbenen Mannes der Chalizaakt nach Toravorschrift vollzogen worden ist. Sind mehrere&nbsp; Br\u00fcder des Verstorbenen vorhanden, so ist zun\u00e4chst der \u00e4lteste derselben verpflichtet, sich dem Chalizaakt zu unterziehen, um hierdurch seiner verwitweten Schw\u00e4gerin die Wiederverehelichung zu erm\u00f6glichen. Ist der \u00e4lteste der Br\u00fcder mit der Witwe in angege\u00adbener Weise verwandt, so geht die Pflicht auf den n\u00e4chst j\u00fcngeren Bruder \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;6. Die Fortpflanzung und \u00dcberlieferung der Tora von Eltern auf Kinder bildet den Inhalt des Bundes zwischen Gott und Israel und ist darum Israels Hauptaufgabe. Sind nun nicht beide Eltern Israeliten, so ist nicht nur diese \u00dcberlieferung unm\u00f6glich, sondern auch die Besorgnis gerechtfertigt, die Kinder aus solcher Verbindung, ja sogar der israelitische Teil der Eltern, w\u00fcrden der Tora abtr\u00fcnnig werden; darum kann nach der Tora eine Ehe zwischen Israeliten und Nichtisraeliten nicht stattfinden, so lange der Nichtisraelit nicht zu Israel in der vorgeschriebenen Weise ( ) \u00fcbergetreten ist. Doch soll kein \u00dcbertretender (Ger) angenommen werden, wenn er nicht aus voller freier \u00dcberzeugung, sondern nur einer Eheschlie\u00dfung oder anderer irdischer Vorteile willen \u00fcberzutreten beabsichtig, wie denn \u00fcberhaupt jedem \u00dcber\u00adtretenden abgeraten werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Da von der strengsten Beobachtung des Eheverbots mit Nichtisraeliten der ganze Bestand Israels und der Tora abh\u00e4ngt, namentlich in der Zerstreuung, so haben unsere Weisen s.A. ver\u00adschiedene Umz\u00e4unungen angeordnet, welche uns von jeder Gelegen\u00adheit fernhalten sollen, die zu solchen Verbindungen f\u00fchren k\u00f6nn\u00adte. Sie verboten die Teilnahme an Hochzeitsmahlzeiten von Nich\u00adtisraeliten, selbst wenn wir unsere eigenen erlaubten Speisen genie\u00dfen wollten. Weil nichts mehr jene Vertraulichkeit erzeugt, die zur Eheschlie\u00dfung f\u00fchrt, als gemeinschaftlicher Weingenu\u00df und gemeinschaftliches Mahl \u00fcberhaupt, so untersagten sie den Genu\u00df von Wein, welcher sich frei in der Hand eines Nichtisraeliten befunden, und von Speisen, welche ein&nbsp; Nichtisraelit, wenn auch aus erlaubten Stoffen, ohne Beihilfe eines Israeliten gekocht oder gebacken hat. (&nbsp; ). andere Getr\u00e4nke, wie Obstwein, Bier, Met usw., Bort, das ein nichtisraelitscher B\u00e4cker aus seinem Mehl zum Verkauf gebacken, geringf\u00fcgige Speisen, die nicht bei vornehmen Tafeln aufgetragen zu werden pflegen, sowie Gegenst\u00e4nde, welche ebensogut roh wie gekocht genossen wrden k\u00f6nnen \u2011 das alles ist nicht verboten. Was aber ein Nichtisraelit aus Stoffen kocht oder backt, welche einem Israeliten geh\u00f6ren, ist verboten, wenn nicht ein Israelit irgendwie dabei mitwirkt, etwa durch Ansch\u00fcren des Feuers, w\u00e4re es auch nur ein gesottenes Ei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Aus diesen gestatteten Ausnahmen ist deutlich zu erkennen, dass nicht die Meinung, die Speisen seien unrein, die Veranlassung zu diesen Verboten gegeben hat, sonst m\u00fc\u00dfte ja alles verboten sein; aber die den Verboten zugrunde liegende Weisheit ist durch die Geschichte best\u00e4tigt. Schon beim ersten Anfang der Zerstreuung hatten Daniel und seine Genossen sich diese Verbote selbst aufer\u00adlegt, (Dan. 1) und ihren Zeitgenossen empfohlen; diese folgten aber nicht allgemein dem Wort und Beispiel Daniels, und wirklich entstanden bei der R\u00fcckkehr aus Babylon viele Mischehen, deren Spr\u00f6\u00dflinge sogar die heilige Sprache verlernt hatten und die Tora nicht mehr zu lesen vermochten, woraus gro\u00dfe Verwirrungen ent\u00adstanden, wie Esra 9 und 10 und Nechema 13 uns erz\u00e4hlt wird. Darum wurden sp\u00e4ter, als die Zerstreuung sich immer weiter ausdehnte, diese Verbote wiederholt erlassen und allgemein angenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;H\u00fctet meine Gesetze und Rechtsordnunge, die der Mensch zu erf\u00fcl\u00adlen hat und Leben durch sie gewinnt, ich bin Gott. Jeder, jeder, zu aller Verwandtschaft seines Fleisches sollt ihr euch nicht n\u00e4hern, Bl\u00f6\u00dfe zu enth\u00fcllen&#8230; Denn jeder, der von diesen Abscheu\u00adlichkeiten etwas \u00fcbt, die es ver\u00fcbenden Seelen werden aus der Mitte ihres Volkes entwurzelt. 3. Mos. 18, 5.6.29.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Du sollst dich mit ihnen nicht verschw\u00e4gern, sollst deine Tochter nicht seinem Sohn geben und seine Tochter nicht nehmen f\u00fcr deinen Sohn; denn er w\u00fcrden deinen Sohn abwendiug machen, mir nachzufol\u00adgen. 5. Mos. 7, 3.4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Wenn er dich einl\u00e4dt und du issest, da k\u00f6nntest du auch von seinen T\u00f6chtern f\u00fcr deine S\u00f6hne nehmen. 2. Mos. 34, 15.16.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Daniel nahm sich im Herzen vor, sich nicht zu vers\u00fcndigen durch die Speisen von der Tafel des K\u00f6nigs und durch dessen Mundwein, und erbat es sich von dem Obersten der Hofbedienten, dass er sich nicht vers\u00fcndigen m\u00fcsse. Dan. 1.8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Auch zu jener Zeit bemerkte ich, dass Jehudim Frauen aus Asdod,&nbsp; Ammon und Moab geehelicht hatten, und dass ein Teil ihrer Kinder die Sprache Asdods redete und nicht die Sprache der Jehudim zu sprechen vermochte, sondern die Sprache dieses und jenes Volkes&#8230;Hat sich nicht dadurch vers\u00fcndigt Salomo, der K\u00f6nig von Israel, desgleichen kein K\u00f6nig war unter vielen V\u00f6lkern, und von Gott so geliebt, dass ihn Gott zum K\u00f6nig einsetzte \u00fcber ganz Israel \u2011 auch ihn verleiteten die fremden Frauen zur S\u00fcnde. Nech. 13,23.24.26.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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